"Schaut hin" als oranger unscharfer Schriftzug auf violettem Hintergrund
Entscheidung in nächsten Tagen

Ökumenischer Kirchentag vor Absage?

Ein halbes Jahr vor dem 3. Ökumenischen Kirchentag steht eine Absage des Christentreffens im Raum. Die Stadt Frankfurt am Main legt das nahe, die Organisatoren betonen: "Noch ist nichts entschieden."

Frankfurt/Bonn - 11.11.2020

In den nächsten Tagen soll die Entscheidung fallen, ob der Ökumenische Kirchentag (ÖKT) 2021 in Frankfurt abgesagt wird. "Noch ist nichts entschieden", sagte der Generalsekretär des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Marc Frings, am Dienstagabend der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Zuvor hatte die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) berichtet, der Kirchentag stehe wegen der Corona-Krise vor der Absage.

Die Zeitung beruft sich auf Uwe Becker (CDU), Bürgermeister, Kämmerer und Kirchendezernent der Stadt Frankfurt. Dieser habe angedeutet, dass an einer Absage wohl kein Weg vorbeiführen werde. Bei aller Freude über dieses Fest des Glaubens und Miteinanders stelle sich die Frage, ob eine solche Großveranstaltung mit 30.000 oder mehr Teilnehmern in Corona-Zeiten zu verantworten sei.

"Verstehen die schwierige Situation"

"Wir verstehen die schwierige Situation der Stadt Frankfurt", sagte Frings der KNA. Auch die Veranstalter, Deutscher Evangelischer Kirchentag (DEKT) und ZdK, prüften seit geraumer Zeit alle Möglichkeiten. Man werde "in den nächsten Tagen mit den Verantwortlichen der Stadt sprechen". Auch wolle das ÖKT-Präsidium "mit den Leitungsgremien zeitnah beraten". Auch das Bistum Limburg und die Evangelische Kirche Hessen und Nassau (EKHN) seien daran beteiligt.

Dass noch nichts entschieden sei, bekräftigten die ÖKT-Verantwortlichen am Mittwochabend in einer Stellungnahme. Die Gespräche mit der Stadt Frankfurt würden in den kommenden Tagen intensiv fortgesetzt. Man arbeite daher in Gremien und der Organisation intensiv an gemeinsam mit der Stadt getragenen Konzepten. "Die Öffentlichkeit wird selbstverständlich fortwährend über Ergebnisse der Beratungen informiert", heißt es weiter. "Die einladenden Kirchen setzen sich ihrerseits ebenfalls weiterhin für das Gelingen eines 3. ÖKT ein."

Becker hatte der FAZ gesagt, die Organisation eines Kirchentages benötige ein halbes Jahr Vorlauf; daher könne die Entscheidung nicht weiter hinausgeschoben werden. Zuletzt hatten die Verantwortlichen noch angekündigt, der 3. Ökumenische Kirchentag solle trotz der Pandemie stattfinden. Das damit verbundene Hygienekonzept geht allerdings nur noch von 30.000 Teilnehmern aus anstelle der ursprünglich erwarteten 100.000.

Der 3. Ökumenische Kirchentag ist für den 12. bis 16. Mai nächsten Jahres in Frankfurt geplant. Das Leitwort lautet: "schaut hin". Am ersten Ökumenischen Kirchentag in Berlin 2003 hatten mehr als 200.000 Menschen teilgenommen, beim zweiten in München 2010 waren es mehr als 130.000. (cbr/tmg/KNA/epd)

11.11., 17:30 Uhr: Ergänzt um Stellungnahme der ÖKT-Verantwortlichen.