Streithähne willkommen
Veranstalter wünschen sich rege Debatten zum Katholikentag

Streithähne willkommen

Mehr Debatte, mehr Kritik und weniger Amtskirche wünschen sich die Veranstalter für den 99. Deutschen Katholikentag in Regensburg.

Regensburg - 22.01.2014

ZdK-Präsident Alois Glück plädierte in diesem Zusammenhang für eine "gute Streitkultur und Qualität". Katholikentage seien Orte "geistiger und geistlicher Impulse" sowie von gesellschaftlichen Auseinandersetzungen. Es werde keine Denk- und Redeverbote geben. Auch die Initiative "Wir sind Kirche" und die umstrittene Schwangerenberatung "Donum Vitae" seien vertreten, so Glück.

Rudolf Voderholzer, Direktor des 2008 gegründeten "Institut Papst Benedikt XVI." in Regensburg.
Bild: © KNA

Rudolf Voderholzer, Direktor des 2008 gegründeten "Institut Papst Benedikt XVI." in Regensburg.

Impulsgeber Papst

Wie in den vergangenen Jahren werden auch in Regensburg prominente Gäste mitdiskutieren: Bundeskanzlerin Angela Merkel habe zu einer Diskussion zum Thema "Hat die Welt noch einen Platz für Europa?" zugesagt. Auch Bundespräsident Joachim Gauck werde sich an mehreren Podien zu verschiedenen Themen beteiligen. Beide hielten dieses Mal bewusst keine Vorträge, sondern wollten sich an Debatten beteiligen, hieß es von den Veranstaltern.

Eine wichtige Rolle werden in Regensburg die von Papst Franziskus formulierten Anstöße spielen. Glück sagte, er habe die Sorge, dass viele den Papst zwar toll fänden, aber sich nicht wirklich mit seiner Botschaft auseinandersetzten. Franziskus dürfe nicht vorschnell für bestimmte Positionen vereinnahmt werden, betonte der ZdK-Präsident. Er sei "eine Herausforderung für uns alle".

ZdK-Präsident Alois Glück.
Bild: © KNA

ZdK-Präsident Alois Glück.

Exportartikel Verbandskatholizismus

Ausdrücklich würdigte Bischof Voderholzer die Bedeutung des Verbandskatholizismus in Deutschland. Dieser sei ein "Schatz", der es durchaus verdient habe, zum "Exportartikel" in Europa zu werden. Der ZdK-Präsident bestätigte diese Besonderheit. Während es etwa auf europäischer Ebene eine eigene Bischofskonferenz gebe, täten sich die deutschen Laienkatholiken schwer, entsprechende Partner in anderen Ländern zu finden.

Der 99. Deutsche Katholikentag findet vom 28. Mai bis 1. Juni in Regensburg statt. Er steht unter dem Motto "Mit Christus Brücken bauen". Erwartet werden rund 30.000 Dauerteilnehmer. Veranstalter sind das ZdK und das Bistum Regensburg. Weitere Informationen gibt es auf der Webseite des Katholikentags . (mir/KNA)