Würzburger Dom
Mehrere Priester sollen ein Team bilden

Bistum Würzburg errichtet 43 Pastorale Räume – neues Leitungsmodell

Die Strukturreform im Bistum Würzburg wird bald offiziell umgesetzt. In den dann 43 Pastoralen Räumen wird ein neues Leitungsmodell erprobt: Mehrere Priester sollen diese gemeinsam leiten. Auch Laien sollen Mitverantwortung übernehmen.

Würzburg - 30.07.2021

Im Bistum Würzburg startet im Oktober ein neues Leitungsmodell in den dann errichteten 43 Pastoralen Räumen. Es sieht vor, dass mehrere Priester im Team für den gesamten Bereich ernannt werden und diesen miteinander leiten, wie die Bischöfliche Pressestelle am Freitag mitteilte. Ein Geistlicher fungiere als Moderator. Ziel sei die flächendeckende Umsetzung, schrieb Generalvikar Jürgen Vorndran in einem Brief an alle Ehrenamtlichen sowie Seelsorgerinnen und Seelsorger.

Geplant ist eine dreijährige Einführungsphase. Wo es keine Einigung für das solidarische Leitungsmodell gebe, blieben die Pfarrer vorerst Pfarrer der jeweiligen Pfarreiengemeinschaft und arbeiteten auf Grundlage einer gemeinsamen Vereinbarung im Raum zusammen. Aus ihrer Mitte soll ein Kurator vorgeschlagen werden, der gemeinsam mit der bereits eingesetzten Steuerungsgruppe die Zusammenarbeit im Pastoralen Raum fördern soll.

Bistum: Leitungsmodell kirchenrechtlich geregelt

Das Pastoralteam mit allen pastoralen und sozialen Mitarbeitenden sowie die aus dem Pastoralteam gebildete Koordinationsgruppe und das Laiengremium des "Rates im Pastoralen Raum" werden in die Leitung des Pastoralen Raums einbezogen und übernehmen Mitverantwortung, wie es weiter heißt. Eine hauptamtliche pastorale Kraft übernehme die Koordination.

Das Bistum verweist darauf, dass das Leitungsmodell "in solidum" im Canon 517, Paragraf 1 des kirchlichen Gesetzbuchs geregelt ist. Dort heißt es: "Wo die Umstände es erfordern, kann die Seelsorge für eine oder für verschiedene Pfarreien zugleich mehreren Priestern solidarisch übertragen werden, jedoch mit der Maßgabe, dass einer von ihnen Leiter des seelsorglichen Wirkens sein muss, der nämlich die Zusammenarbeit zu leiten und dem Bischof gegenüber zu verantworten hat."

Mit den Pastoralen Räumen, die Bischof Franz Jung per Dekret im Oktober einrichten werde, reagiere man auf gesellschaftliche Veränderungen wie etwa größere Lebensräume sowie immer weniger Gläubige und Seelsorgepersonal. Die etwa 600 Pfarreien und Kuratien des Bistums bleiben jedoch weiter bestehen, wie es heißt. Sie sind mehrheitlich in etwa 160 Pfarreiengemeinschaften zusammengefasst. Die Neugliederung ist das Ergebnis eines im Frühjahr 2016 vom damaligen Bischof Friedhelm Hofmann angestoßenen Reformprozesses. Damals wurde noch über die Gründung von Großpfarreien nachgedacht. Diese Idee hatte Jung nach Besuchen und Gesprächen in den verschiedenen Regionen des Bistums verworfen. (mal/KNA)