Zwölfter Deutscher im All hat himmlischen Beistand

Astronaut Matthias Maurer fliegt mit heiligem Christophorus ins All

Aktualisiert am 02.11.2021  –  Lesedauer: 
ESA-Astronaut Matthias Maurer ist der zwölfte Deutsche im All
Bild: © NASA

Cape Canaveral ‐ Christophorusplaketten sind bewährte Begleiter von allen Reisenden. Jetzt nimmt auch ein Astronaut den Beistand des Schutzpatrons in Anspruch: Bei seiner Mission zur Raumstation ISS hat Matthias Maurer den Heiligen dabei.

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Der heilige Christophorus wird den deutschen Astronauten Matthias Maurer bei seiner Mission auf der internationalen Weltraumstation ISS begleiten. Das verriet der 51-jährige Saarländer bei einer Pressekonferenz am Freitag. "Mein Papa hat mir einen kleinen Glücksbringer mit ins Gepäck gegeben und das ist so ein kleiner Christophorus, den ich dabei haben werde", antwortete der Astronaut auf die Frage von Kinderreportern der ZDF-Nachrichtensendung Logo. Ursprünglich sollte die Mission "Cosmic Kiss" vom US-Weltraumbahnhof Kennedy Space Center in Florida am Sonntag ins All aufbrechen, aufgrund schlechter Wetterbedingungen wurde der Start mehrfach verschoben und soll nach aktuellem Stand am kommenden Sonntag stattfinden.

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Maurer wäre dann der zwölfte deutsche Raumfahrer und der 600. Mensch im All insgesamt. Sein Vorgänger Alexander Gerst hatte bei einer seinen ISS-Missionen einen 96 Gramm schweren Stein aus dem Strebewerk des Kölner Doms mit ins All genommen. "Für mich war der Stein ein Anker im Weltraum", so Gerst 2015. Der Stein wurde nach der Mission an die Domschatzkammer zurückgegeben.

Regelmäßig Reliquien auf der ISS

Immer wieder sind im persönlichen Gepäck von Astronauten und neuerdings vor allem von Kosmonauten auch religiöse Gegenstände zu finden. 2016 hatten russische Kosmonauten eine Reliquie des orthodoxen Heiligen Seraphim von Sarow mit an Bord der Raumstation gebracht, die anschließend in der Verklärung-Christi-Kathedrale in der "Sternenstadt" Swjosdny Gorodok nahe Moskau untergebracht wird. Die Sternenstadt ist das Ausbildungszentrum der Weltraumorganisation der Russischen Föderation Roskosmos. Zuvor hatten Kosmonauten auch Partikel des Kreuzes Christi mitgenommen. 1971 hatte der US-amerikanische Astronaut Edgar Mitchell Bibeln auf Mikrofiches im Gepäck, die er im Rahmen der Mission Apollo 14 auch auf die Mondoberfläche mitgebracht hatte.

Der heilige Christophorus ist der Schutzpatron der Reisenden und einer der beliebtesten Schutzheiligen – auch wenn er aufgrund fehlender historischer Quellen 1969 aus dem Heiligenkalender gestrichen wurde. Für Astronauten ist aber eigentlich ein anderer Heiliger zuständig: Da er bei einem Gottesdienst plötzlich zu schweben angefangen haben soll, gilt Josef von Copertino als Patron der Raumfahrer und Flugreisenden – auch wenn der als "fliegender Frater" bekannte Franziskaner im 17. Jahrhundert selbst nie höher als 60 cm geflogen sei. (fxn)