"Rette in unseren Tagen alle Opfer von Unrecht und Krieg"

Bischofskonferenz schlägt Karfreitags-Fürbitte für Ukraine vor

Aktualisiert am 04.04.2022  –  Lesedauer: 
Bild: © KNA

Bonn ‐ Die zehn großen Fürbitten sind ein zentrales Element der Karfreitags-Liturgie. In diesem Jahr könnte es in vielen Gottesdiensten eine zusätzliche Fürbitte geben – wegen des Ukraine-Kriegs. Schon vor zwei Jahren wurde das Formular einmalig erweitert.

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Angesichts des Kriegs in der Ukraine schlägt die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) für die Feier der Karfreitagsliturgie eine zusätzliche Fürbitte vor. Darin solle "für die Menschen in der Ukraine und in allen Kriegsgebieten der Erde" gebetet werden, sowie für diejenigen, die auf der Flucht seien oder ihre Länder verteidigten, heißt es in einer Pressemitteilung der DBK (Montag). Demnach hatte der DBK-Vorsitzende, Bischof Georg Bätzing, gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Liturgiekommission, Bischof Stephan Ackermann, und dem Deutschen Liturgischen Institut die zusätzliche Fürbitte für den diesjährigen Karfreitag bereitgestellt, nachdem die Bischöfe bei ihrer Vollversammlung in Vierzehnheiligen darum gebeten hatten.

Die Fürbitte soll demnach nach der 9. Fürbitte in der Karfreitags-Liturgie eingefügt werden. "Allmächtiger, ewiger Gott, du bist stärker als die Unterdrücker dieser Welt, du hast Mitleid mit den Geringen und Armen", heißt es in dem vorgeschlagenen Text. "Wie du Israel aus der Gewalt Ägyptens befreit hast, so rette in unseren Tagen alle Opfer von Unrecht und Krieg. Wandle die Herzen jener, die Böses tun, und lass den Frieden siegreich sein."

Neue Fürbitte bei "schwerer öffentlicher Notlage" erlaubt

Die sogenannten zehn großen Fürbitten nehmen in der "Feier vom Leiden und Sterben Christi" nach dem Vortrag der Passionsgeschichte eine besondere Rolle ein. In diesen Fürbitten würden die Gläubigen ihre Anliegen ausführlicher als in anderen Gottesdiensten vor Gott bringen, heißt es in der Mitteilung der DBK. Jede Fürbitte besteht aus drei Teilen: der Einladung an die Gemeinde, in einem bestimmten Anliegen zu beten, einem Moment der Stille und dem zusammenfassenden Gebet des Priesters.

Grundsätzlich sollen die großen Fürbitten nach der Vorlage gehalten werden, "die uns aus dem Altertum überkommen ist", heißt es in einem Schreiben der Gottesdienstkongregation vom 16. Januar 1988. "In einer schweren öffentlichen Notlage kann der Ortsordinarius eine besondere Bitte zusätzlich gestatten oder anordnen." Im ersten Jahr der Corona-Pandemie 2020 hatte die Bischofskonferenz das Formular für die großen Fürbitten bereits um eine Fürbitte erweitert. (cbr)

Der gesamte Text der Fürbitte

Für die Menschen in den Kriegsgebieten

Lasst uns auch beten für die Menschen in der Ukraine und in allen Kriegsgebieten der Erde;

für alle, die vor dem Schrecken der Gewalt geflohen und ihrer Heimat beraubt sind;

für alle, die mit ihrem Leben einstehen für die Abwehr des Feindes und für den Schutz der Schwachen und Verfolgten.

(Beuget die Knie.) (Erhebet euch.)

Allmächtiger, ewiger Gott,

du bist stärker als die Unterdrücker dieser Welt,

du hast Mitleid mit den Geringen und Armen.

Wie du Israel aus der Gewalt Ägyptens befreit hast,

so rette in unseren Tagen alle Opfer von Unrecht und Krieg.

Wandle die Herzen jener, die Böses tun,

und lass den Frieden siegreich sein.

Darum bitten wir durch Christus, unsern Herrn.