Bistum Osnabrück legt erstmals ausführlichen Finanzbericht vor

"Finanzen dienen der Pastoral"

Aktualisiert am 21.10.2014  –  Lesedauer: 
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Bistum Osnabrück

Osnabrück ‐ Das Bistum Osnabrück hat erstmals einen Bericht seiner Finanz- und Vermögenslagen vorgelegt. Die Diözese präsentierte am Dienstag in Osnabrück Jahresabschlüsse für die drei großen Körperschaften Bistum, Bischöflicher Stuhl und Domkapitel. Dies werde künftig jährlich geschehen, erläuterte Generalvikar Theo Paul. "Wir wollen transparent und nachvollziehbar zeigen, wie wir mit dem uns anvertrauten Geld umgehen." Auch würden Kontrollmechanismen durch externe Wirtschaftsprüfer ausgebaut.

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Bereits im vergangenen Jahr hatte Bischof Franz-Josef Bode infolge des Finanzskandals im Bistum Limburg eine Offenheit der Kirche in Finanzfragen angemahnt und neben dem Bistumshaushalt erstmals auch die Vermögenswerte des Bischöflichen Stuhls offengelegt.

Laut Finanzdirektor Joachim Schnieders belief sich das Bilanzvolumen des Bistums Osnabrück Ende 2013 auf 156,8 Millionen Euro. Im Vergleich zum Vorjahr stieg das Volumen um rund 9,5 Millionen Euro. Etwa 86 Millionen Euro (rund 55 Prozent) des Geldes sind Eigenkapital. Gut 39 Millionen Euro sind in Rückstellungen für Pensions- und Beihilfeverpflichtungen angelegt, der Rest sind andere erwartbare Ausgaben und Verbindlichkeiten.

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Ein Beitrag der Serie "Katholisch für Anfänger". Die Zeichentrickserie erklärt auf einfache und humorvolle Art zentrale Begriffe aus Kirche und Christentum. In dieser Folge geht es um die Kirchenfinanzierung.

Vermögen in nachhaltigen Anlagen

Verwendet wird das Vermögen vor allem für Finanzanlagen. Etwa 122 Millionen Euro hat das Bistum laut Angaben in ethisch nachhaltigen Wertpapieren, Beteiligungen oder Anleihen angelegt. In Sachanlagen wie etwa Grundstücken stecken acht Millionen Euro, weitere sechs Millionen sind Forderungen aus Kirchensteuern, Zuweisungen und Zuschüssen. Der laufende Kassenbestand betrug 18 Millionen Euro.

"Es ist uns wichtig, in den Berichten einerseits die Vermögenslage, andererseits aber auch die Risikolage nachvollziehbar zu beschreiben", erklärt Schnieders auf der Internetseite des Bistums. Im Fokus des Wirkens stehe die pastorale Arbeit. "Die Finanzen dienen der Pastoral, nicht umgekehrt", so der Finanzdirektor. Es sei dem Bistum wichtig, dass Buchhaltungsstandards verwendet würden, "obwohl wir natürlich Wert auf die Feststellung legen, dass wir kein Wirtschaftsbetrieb sind".

Generalvikar Paul wies auf die Schwierigkeit hin, Kirchbauten finanztechnisch zu bewerten. Da Kirchen praktisch unverkäuflich seien und das Bistum den Verkauf ablehne, würden diese Aktiva in der Bilanz jeweils mit nur einem Euro bewertet. "Die Dominanz der Ökonomie hat bei Kirchengebäuden ein Ende", so Paul.

Bischöflicher Stuhl investiert in sozial-karitative Einrichtungen

Die Bilanzsumme 2013 des Bischöflichen Stuhls belief sich nach Schnieders Worten auf 117 Millionen Euro (Vorjahr: 113,7 Millionen Euro). Auch hier ist das Eigenkapital mit 64 Millionen Euro der größte Posten. Die Verbindlichkeiten betrugen 33 Millionen Euro. Der Bischöfliche Stuhl investiert als Träger verschiedener sozial-karitativer Einrichtungen das Geld in Krankenhäuser, Kitas, Beratungsstellen sowie Einrichtungen etwa der Behinderten- und Altenhilfe.

Das Domkapitel, dessen wesentliche Aufgabe die Unterhaltung der Domkirche ist, wies laut Schnieders eine Bilanzsumme von rund 12 Millionen Euro aus. Das Eigenkapital beträgt 10 Millionen Euro (88 Prozent). Angelegt ist das Geld in Immobilien. (bod/KNA)

Den ausführlichen Finanzbericht finden Sie hier.