Verzierte Eier liegen am 25.03.2013 in Loccum (Niedersachsen) im Wohnzimmer der Ostereier-Sammlerin Barbara Kruhöffer in einer Lade. Auf mehr als 5000 Eier aus rund 70 Regionen der Welt schätzt Kruhöffer ihre Sammlung - von Eiern mit Tuschbildern aus China über verzierte Straußeneier aus Australien bis hin zu vielfältig gestalteten Ostereiern aus Osteuropa, dem Schwerpunkt ihrer Sammlung.
Die Ostereier-Sammlerin von Loccum

Kein Ei gleicht dem anderen

Ostern - Barbara Kruhöffer trägt das, was ihr am Herzen liegt auch um den Hals: Ein kleines Ei aus Porzellan baumelt dort von einer Kette. "Das Schmuckstück ist eines von vielen Eiern in Kruhöffers Leben: Sie ist leidenschaftliche Ostereier-Sammlerin.

Von Alexandra Stahl (dpa) |  Loccum - 31.03.2013

Auf mehr als 5000 Eier aus rund 70 Regionen der Welt schätzt sie ihre Sammlung - von Eiern mit Tuschbildern aus China über verzierte Straußeneier aus Australien bis hin zu vielfältig gestalteten Ostereiern aus Osteuropa, dem Schwerpunkt ihrer Sammlung. Als sie ihre erste Schreibtischschublade voll mit Eiern hatte, sei sie stolz gewesen, erinnert sich Kruhöffer. Das war Anfang der 60er Jahre in West-Berlin. 30 Eier lagen damals in der Schublade, heute braucht Kruhöffer Schränke, um ihre Schätze zu verstauen.

Sie kaufte Eier in Geschäften oder bekam sie von Freunden und Bekannten, die ins Ausland reisten. "Die meisten wussten von meiner Sammlung und brachten was mit", sagt die studierte Germanistin und Theologin, die mit einem ehemaligen Pastor verheiratet ist. Zusammen haben sie zwei Kinder und fünf Enkelkinder.

"Das Ei ist ein unglaublich dekorativer Werkstoff"

Die Eier gehörten schon immer zu Kruhöffers Leben. Von klein auf hat sie mit ihren Eltern Ostereier bemalt, als Jugendliche dann die verschiedenen Techniken gelernt. Denn Ostereier zu verzieren, ist eine Kunst für sich. "Das Ei ist ein unglaublich dekorativer Werkstoff", sagt die Frau mit den blauen Augen und dem kurzen grauen Haar. Bei der Batik-Technik wird mit Wachs gearbeitet, in der Kratztechnik werden die gefärbten Eier mit einem Messer verziert, und beim Ätzen werden verdünnte Salzsäure oder Sauerkrautsaft eingesetzt. Abgesehen davon kann man die Eier natürlich auch einfach bemalen oder bekleben - etwa mit Papier oder Stroh.

Auf mehr als 5000 Eier aus rund 70 Regionen der Welt schätzt Kruhöffer ihre Sammlung - von Eiern mit Tuschbildern aus China über verzierte Straußeneier aus Australien bis hin zu vielfältig gestalteten Ostereiern aus Osteuropa, dem Schwerpunkt ihrer Sammlung.

Auf mehr als 5000 Eier aus rund 70 Regionen der Welt schätzt Barbara Kruhöffer ihre Sammlung.

Wichtig ist Kruhöffer, dass die Eier etwas mit christlicher Symbolik zu tun haben. Mit dem Hintergrund hat sie sich beschäftigt: Seit dem 4. Jahrhundert stehe das geschlossene Ei als Symbol für den Sarg Jesu', das geöffnete Ei dagegen für neues Leben, erzählt sie. Ursprünglich sei das Osterei gar rot gewesen - als Symbol für Blut und Königswürde. "In Athen hatten orthodoxe Christen zu einer Osternachtsmesse gekochte rote Eier dabei", erzählt Kruhöffer über eine Reise vor ein paar Jahren. Von bunten Plastikeiern wie es sie in Deko-Geschäften zu kaufen gibt, hält die zweifache Mutter nichts. "Das sind Frühlingssymbole, das ist Schmuck", findet sie.

Mehr als 50 Ausstellungen

Wenn sie ihre Sammlung in Ausstellungen präsentiert, geht es daher um das Osterfest, von der Passionsgeschichte bis zur Auferstehung von Jesus Christus. Mehr als 50 Ausstellungen hat Kruhöffer seit 1975 in Museen und Kirchen organisiert. Zum 850-jährigen Bestehen des Klosters Loccum will sie nochmals ausstellen, danach sei Schluss. "Ich habe mir vorgenommen, mit 70 aufzuhören."

Was mit ihrer Sammlung geschieht, hat sich Kruhöffer schon überlegt - sie stehe in Verhandlungen mit dem Museum für religiöse Kultur im nordrhein-westfälischen Telgte. Neben Ostereiern hat sie schließlich noch Hunderte Krippen und unzählige andere christlichen Figuren und Symbole von Engeln bis zu Lebensbäumen. Ein paar Sachen wolle sie behalten, den Rest werde sie hergeben. "So ganz ohne Tränen wird das aber nicht ablaufen", sagt sie.

Von Alexandra Stahl (dpa)