Tapfer und treu mit drei Patronen und vier Sprachen

Schweizergarde erhält neue Hymne

Aktualisiert am 28.06.2022  –  Lesedauer: 

Appenzell ‐ Der Vatikanstaat hat eine Nationalhymyne – doch seiner Armee fehlte bisher ein eigener Marsch. Ein Ex-Gardist hat das nun geändert: Künftig können die Schweizergardisten im Gottesdienst und bei Aufzügen ihr eigenes Lied singen.

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Die Schweizergarde hat eine neue Hymne. Das Gardelied wurde am Sonntag erstmals anlässlich der Feierlichkeiten zum hundertjährigen Bestehen der Vereinigung der ehemaligen Päpstlichen Schweizergardisten aufgeführt, wie kath.ch berichtet. Das Lied hat vier Strophen in den Schweizer Landessprachen Französisch, Deutsch, Rätoromanisch und Italienisch, in denen die Gardepatrone Bruder Klaus, Sebastian und Martin von Tours angerufen werden. Als Refrain dient der Wahlspruch der Schweizergarde, "acriter et feliter", "tapfer und treu".

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Komponiert wurde das Lied, das bei feierlichen Anlässen der Garde in Kirche und bei Umzügen gespielt und gesungen werden soll, von dem ehemaligen Gardisten Flavio Bundi. Der Journalist und Komponist stand vier Jahre lang im Dienst der Garde. Gegenüber kath.ch erläuterte Bundi die Hintergründe: "Wir Ex-Gardisten treffen uns immer wieder zu verschiedenen Anlässen. Da wird auch gerne gesungen – denn Singen verbindet ja bekanntlich. Doch bis jetzt gab es kein Lied, das uns mit den Gardepatronen verbindet." Bei der Komposition war ihm eine einfache, singbare Melodie und ein nicht zu komplizierter Rhythmus wichtig. "Die Strophen sind in Moll gehalten. Dann wechselt das Lied in Dur, um unser Motto ‘acriter et fideliter’, ‘tapfer und treu’, mit Kraft und Pathos zu unterstreichen. Das soll ruhig pompös und feierlich klingen", erläutert Bundi.

Die 1506 gegründete Päpstliche Schweizergarde ist das älteste noch bestehende Militärkorps der Welt. Sie ist zuständig für die Sicherheit des Papstes. Neben Personen- und Objektschutz gehören auch Ehrendienste bei Audienzen und anderen Anlässen im Vatikan zu ihren Aufgaben. Als Rekruten kommen derzeit ledige katholische Schweizer Männer zwischen 19 und 30 Jahren in Frage, die sportlich und mindestens 1,74 Meter groß sein müssen. Voraussetzung für die Aufnahme ist ein guter Leumund, eine Berufsausbildung oder ein Mittelschulabschluss sowie die Absolvierung der Rekrutenschule der Schweizer Armee. (fxn)