Die Experten loben nach Vatikanangaben besonders die Ausweitung der Befugnisse der vatikanischen Finanzaufsicht AIF. Diese war noch unter Papst Benedikt XVI. geschaffen worden. Sein Nachfolger Franziskus hatte weitere Gesetze zur Ahndung von Geldwäsche und Terrorfinanzierung erlassen.
"Der Heilige Stuhl setzt sich energisch dafür ein, die effiziente Durchführung aller erforderlichen Maßnahmen für ein funktionierendes System fortzusetzen und zu verbessern", sagte der vatikanische Vizeaußenminister Antoine Camilleri, der den Heiligen Stuhl vor dem Ausschuss vertritt.
Immer wieder Negativschlagzeilen
AIF-Direktor Rene Brülhart sagte Radio Vatikan: "Mit der Verabschiedung dieses zweiten Berichts, der vollumfänglich von der Plenarversammlung von Moneyval angenommen wurde, erfüllt der Heilige Stuhl die relevanten internationalen Standardvorgaben in Sachen Geldwäschebekämpfung." Natürlich sei die Arbeit noch nicht zu Ende, doch insbesondere im Bereich der Transparenz habe der Heilige Stuhl sehr große Fortschritte gemacht.
Der aus der Schweiz stammende Anti-Geldwäsche-Fachmann Rene Brülhart leitet seit November 2012 die vatikanische Finanzaufsicht AIF.
Ende November hatte Brülhart bereits in einem Interview mit der "Neuen Zürcher Zeitung" gesagt, er sehe sein Vorgehen gegen Geldwäsche im Vatikan auf einem guten Weg. Bis Ende 2013 werde seine Behörde "bedeutend mehr" Verdachtsfälle an den vatikanischen Staatsanwalt gemeldet haben als die sechs Fälle im Vorjahr. Konkrete Zahlen wolle er zum Jahresende vorlegen. Er könne aber "heute schon sagen, dass das Meldesystem funktioniert".
In der Vergangenheit war die Vatikanbank immer wieder wegen angeblicher schwarzer Konten und Geldwäsche in die Schlagzeilen geraten. Seit Sommer arbeitet eine Kommission aus Kurienmitarbeitern und einer Harvard-Professorin an Vorschlägen für eine Reform der Bank. Überdies legte das IOR Anfang Oktober erstmals in seiner rund 70-jährigen Geschichte einen detaillierten Geschäftsbericht vor.
Anfang Dezember begann überdies der Prozess gegen Nunzio Scarano , den langjährigen Rechnungsprüfer der vatikanischen Güterverwaltung APSA. Dieser soll an dem letztlich gescheiterten Versuch beteiligt gewesen sein, 20 Millionen Euro in bar aus der Schweiz nach Italien zu schmuggeln.
Bereits in der Untersuchungshaft hatte Scarano ausgesagt, dass nicht nur die Vatikanbank, sondern auch die APSA in Korruption und Schwarzgeldgeschäfte verwickelt sei, was die APSA wiederum dementierte . (meu/KNA)