Dieselbe Linie verfolgen auch katholische Meinungsführer wie der Historiker George Weigel oder der Princeton-Jurist Robert George: Alles nicht ganz so schwer nehmen - Katholiken seien nicht verpflichtet, die politischen Ansichten von Papst Franziskus zu übernehmen.

Konservative "Sorge" scheint nicht unbegründet

Katholiken in den Reihen der US-Republikaner wie John Boehner, Sprecher des Repräsentantenhauses, Chefhaushälter Paul Ryan sowie die Präsidentschafts-Aspiranten Jeb Bush, Marco Rubio, Bobby Jindal, Chris Christie oder Rick Santorum folgen bislang dieser Formel. Für sie dürfte es aber weit unangenehmer werden, wenn der Papst im September vor dem US-Kongress seinen Klartext sprechen sollte.

69 Prozent aller US-Katholiken erkennen laut einer kürzlichen Umfrage der Yale-Universität einen menschlichen Anteil an der Klimaveränderung an. Und selbst die Hälfte der republikanischen Wähler wünscht sich laut "New York Times" eine Politik, die etwas gegen den Klimawandel tut. Insofern scheint die konservative Sorge, dass Franziskus mit dem Klimagipfel und seiner Enzyklika einen Mentalitätswandel in den USA beschleunigen könnte, nicht unbegründet.