Eine Anlaufstelle für Fans gibt es praktisch bei allen deutschen Profi-Clubs. Doch nur in Paderborn wird sie von der Caritas, dem katholischen Wohlfahrtsverband, getragen.

"Bei uns können die Leute kickern, klönen oder Kaffee trinken", weist der 35-jährige Krüger auf einen Raum mit Sitzgruppe und Tischfußballspiel. An der Wand Fanschals, Plakate und das Emblem des SC Paderborn - alles in vereinskorrektem Schwarz und Blau. Hier, in der zentrumsnahen Kilianstraße, lädt das Fanprojekt zweimal die Woche zum offenen Treff für 16- bis 25-Jährige. Dabei können sich die Gäste auch mit Problemen an Krüger und seine hauptamtlichen Kollegen, die Sozialarbeiter Angelina Bracht und Leonard Overfeld, wenden.

"Da geht es zum Beispiel um ein Stadionverbot, das sich jemand eingehandelt hat." Auch deshalb kommt regelmäßig ein Rechtsanwalt vorbei, sagt Krüger, Typ sportlicher großer Bruder mit Durchsetzungsvermögen. "Manchmal haben die Jugendlichen auch Probleme mit Freundin, Eltern oder Chef." Oft tun es hier schon Gespräche; mitunter stellt das Team Kontakt zu anderen Diensten der Caritas oder weiteren Beratungsstellen her, unterstützt bei Bewerbungen oder Briefen an Behörden.