Die ehemalige Präsidentin des Schweizerischen Frauenbundes, Simone Curau-Aepli, hat die Entscheidung des Verbandes verteidigt, das Wort "katholisch" aus dem Verbandsnamen zu streichen. "Der Druck, auf das 'K' im Namen zu verzichten, kommt von der Basis", sagte sie im Interview mit "feinschwarz" (Donnerstag). "Wir mussten erkennen, dass es nicht in unserer Macht liegt, 'katholisch' so zu definieren, dass wir verstanden werden." Auch aus Marketinggründen habe man auf das Kürzel SKF verzichten und lieber vom Frauenbund sprechen wollen.
Der vormalige Schweizerische Katholische Frauenbund hatte bei seiner Delegiertenversammlung Ende Mai entschieden, sich in Frauenbund Schweiz umzubenennen und damit das Wort "katholisch" nicht mehr im Namen zu führen. Der Verband gab sich außerdem den neuen Claim "überraschend anders katholisch".
Kirche sei mehr als das Bild in der öffentlichen Wahrnehmung
Am Kirchenbezug ändere sich mit der Namensänderung aber nichts, betonte Curau-Aepli nun im Interview. Beinahe 90 Prozent der Ortsvereine würden das "K" ohnehin nicht im Namen tragen. Der neue Claim treffe darüber hinaus das eigene Kernanliegen genau: "'Katholische Kirche' ist viel mehr als das Bild, das die öffentliche Wahrnehmung dominiert", sagte die ehemalige Präsidentin. "Im Alltag ist sie vielfältig, trägt zum Leben in unseren Gemeinden bei, hat oft ein weibliches Gesicht, gibt unterschiedlichen Positionen Raum und feiert nicht nur Sakramente, sondern auch das gute Leben für alle."
Im Interview zog Curau-Aepli außerdem Parallelen zu Papst Franziskus der – genau wie sie – von 2013 bis 2025 im Amt war. "Mich persönlich verbindet mit Papst Franziskus zudem, dass wir beide als Quereinsteiger:innen an die Spitze kamen", sagte die ehemalige Präsidentin. Auch die Anliegen des Papstes wie Kritik am Klerikalismus, Klimaschutz, der Einsatz für Benachteiligte oder die Verantwortung aller bei wichtigen Entscheidungen sei mit ihren eigenen Anliegen und denen des Frauenbundes identisch. "Zudem hat Papst Franziskus Schubladen, Türen und Fenster geöffnet und dafür gesorgt, dass über alles gesprochen und auch kontrovers diskutiert werden kann. Auch das verbindet uns." (cbr)