Die Restaurierung des Bleidachs soll zwei Millionen Euro kosten

Aachener Dom bekommt neues Dach

Aktualisiert am 09.09.2015  –  Lesedauer: 
Open-Air-Gottesdienst bei der Heiligtumsfahrt 2014 in Aachen.
Bild: © KNA
Bistum Aachen

Aachen ‐ Die Sonne hatte es rissig gemacht: Das Bleidach des Aachener Doms wird komplett erneuert. Bis zum Sommer 2016 sollen die aufwendigen Bauarbeiten abgeschlossen sein. Die Renovierung soll etwa zwei Millionen Euro kosten.

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In zwei Bauabschnitten werden nach den Angaben die Bleiplatten, die darunter liegende Holzkonstruktion sowie die Ablaufrinnen für Regenwasser erneuert. Wie Dombaumeister Helmut Maintz erklärte, hat das Bleidach im Laufe der Zeit durch Sonnenerwärmung mehr als 100 Risse bekommen. Auch Risse aus der Zeit Kaiser Karls des Großen, die beim Erdbeben im Jahr 803 entstanden seien, würden durch die Sanierung behoben. Diese Schäden beeinträchtigten indes die Statik nicht, heiß es.

Zur Finanzierung geben Bund, Land und die Stadt Aachen laut Domkapitel Zuschüsse in Höhe von 750.000 Euro hinzu. Der Karlsverein-Dombauverein Aachen stelle 630.000 Euro zur Verfügung. "Wir sind zuversichtlich, dass wir die restlichen Mittel in Höhe von 620.000 Euro durch unsere Spendenaktion 'Der Dom braucht Hilfe' aufbringen können", so Maintz.

Der Aachener Dom wurde 1978 als erstes deutsches Denkmal in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen. Die Kathedrale gehört zu den besterhaltenen Baudenkmälern der Karolingerzeit. Sie ist zugleich eines der bedeutendsten Kulturdenkmäler in Europa. Kaiser Karl der Große hatte Aachen um 800 zum Mittelpunkt seines europäischen Reiches gemacht - zum "zweiten Rom". Hier baute er seine zentrale Residenz mit der Pfalzkapelle (Marienkirche), dem Kernbau des heutigen Aachener Doms. (KNA)

Linktipp: Karl dem Großen ganz nah

Vor 800 Jahren ließ Friedrich II. die Gebeine Karls des Großen im Aachener Dom in einen Schrein betten. Das Jubiläum musste gefeiert werden: Im Juli lud das Bistum ein, "800 Jahre Karlsschrein" zu begehen. Denn der berühmte Herrscher hat bis heute Bedeutung.