Der Bremer Polizeipräsident Dirk Fasse warnt vor einem Anstieg von Hasskriminalität gegen religiöse Einrichtungen und Gläubige. In einem Brief ruft er deshalb die Vorsitzenden der Bremer Religionsgemeinschaften zu besonderer Wachsamkeit auf, wie eine Sprecherin der Bremer Polizei auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) bestätigte. Fasse bittet demnach darum, alle Vorfälle zur Anzeige zu bringen und Gemeindemitglieder entsprechend zu sensibilisieren. Nur so könnten das Dunkelfeld erhellt und rechtliche Schritte gegen Täter eingeleitet werden.
Laut der im Frühjahr veröffentlichten polizeilichen Kriminalstatistik ist politisch motivierte Kriminalität mit religiösem Hintergrund in Bremen stark angestiegen. Das Landeskriminalamt registrierte im vergangenen Jahr 44 Fälle – fast doppelt so viele wie im Vorjahr (23). Fast 90 Prozent davon wurden als fundamentalistisch oder islamistisch eingestuft. 36 Prozent aller Fälle waren laut Polizei Hasskriminalität, überwiegend mit antisemitischer Motivation und häufig im Zusammenhang mit dem Nahost-Konflikt. Konkret geht es unter anderem um Androhung von Straftaten, also zum Beispiel von Anschlägen, um Beleidigungen oder um das Verbreiten von Propaganda.
Trotz der Steigerung ist die Zahl von Fällen politisch motivierter Kriminalität aus religiöser Ideologie erheblich geringer als etwa jene aus rechts- oder linksradikalen Motiven. So gab es 2024 knapp 400 rechtsradikal und 200 linksradikal motivierte Delikte. (KNA)