Nach Klosterstreit: Schwester Scolastica hat ein neues Zuhause

Scolastica Schwizer, die letzte Ordensschwester des Schweizer Klosters Wonnenstein, hat ein neues Zuhause gefunden. Wie die "Appenzeller Zeitung" am Donnerstag mit Verweis auf den "Appenzeller Volksfreund" berichtet, wird die Ordensfrau ab sofort im Kurhaus Marienburg in St. Pelagiberg leben.
Das Kurhaus sei als Pilgergaststätte gegründet worden, beherberge aber heute auch einige Senioren dauerhaft: Drei betagte Priester und fünf Schwestern der ewigen Anbetung des Kostbaren Blutes leben hier. Zwar gehöre die Kapuzinerin Scolastica nicht dem gleichen Orden an, könne aber gemeinsam mit ihnen beten und Gottesdienste feiern. Schwizer sei das Kurhaus nicht unbekannt, da sie hier bereits Exerzitien durchgeführt habe.
Streit um Kloster Wonnenstein
Die Ordensfrau hatte Ende Oktober nach 61 Jahren ihr Kloster Wonnenstein nach jahrelanger Besetzung für eine Operation verlassen. Anschließend hatte sie die Weihnachtszeit im ehemaligen Schweizer Kloster Altstätten verbracht.
Sie war zuletzt die einzige verbliebene Ordensfrau der Gemeinschaft in Wonnenstein. Zudem war sie mehrfach mit juristischen Schritten gegen den Trägerverein des Klosters gescheitert. Gerichte bestätigten, dass sie weder Anspruch auf die Verwaltung ihres Privatvermögens habe noch ihre Altersrente behalten dürfe. Gegen diese Entscheidungen legte die Ordensfrau Beschwerde in Rom ein.
Wie der Trägerverein des Klosters Anfang Dezember mitteilte, soll das Kloster Wonnenstein künftig von Schwestern der Gemeinschaft Maria Stella Matutina belebt werden. Dieser Plan stößt auf Kritik – ehemalige Ordensleute warnen vor der Gemeinschaft. (KNA)