Besuch des Papstes im ehemaligen KZ soll Juli 2016 stattfinden

Polens Präsident: Franziskus will in Auschwitz beten

Die Haupteinfahrt des ehemaligen Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau.
Bild: scabam/Fotolia.com

Im Mittelpunkt der rund 20-minütigen Audienz standen neben der Polen-Reise Migrationsfragen sowie der Konflikt in der Ukraine und die Lage im Nahen Osten, wie der Vatikan mitteilte. Weiter ging es um die Förderung der Familie, um soziale Themen und um die Rolle der katholischen Kirche in Polen. Es war die erste Begegnung zwischen dem seit August amtierenden polnischen Staatsoberhaupt und Franziskus. Nach der Begegnung mit dem Papst traf Duda mit Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin und dem vatikanischen Vize-Außenminister Antoine Camilleri zusammen.

Als Geschenk überreichte Duda dem Papst ein Bild der Gottesmutter von Tschenstochau. "Möge sie den Papst beschützen", sagte der Politiker, der von Gattin und Tochter sowie einer Delegation begleitet war. Franziskus schenkte seinem Gast eine Friedensmedaille sowie ein Exemplar seines Schreibens "Evangelii gaudium". Zum Abschied sagte Duda zum Papst: "Ich bin sehr zufrieden, Sie persönlich kennengelernt zu haben, und bitte Sie, für mich zu beten."

Auszeichnungen für polnische Vatikan-Angestellte

In der polnischen Botschaft beim Heiligen Stuhl zeichnete Duda zahlreiche polnische Vatikan-Angestellte mit hohen staatlichen Orden aus. Den Präsidenten des Päpstlichen Laienrates und des Päpstlichen Rates für die Krankenpastoral, Kardinal Stanislaw Rylko (70) und Erzbischof Zygmunt Zimowski (66), verlieh er den Orden der Wiedergeburt Polens, die zweithöchste Auszeichnung des Landes. Unter den sieben weiteren Geehrten ist auch der Postulator des Heiligsprechungsverfahrens für Papst Johannes Paul II. (1978-2005), Slawomir Oder (55). Am Sonntag hatte Duda an einer Messe am Grab seines heiligen Landsmanns Papst Johannes Paul II. (1978-2005) im Petersdom teilgenommen.

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Zuletzt hatte im Mai 2006 Papst Benedikt XVI. (2005-2013) in Auschwitz-Birkenau der Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Damals sagte er in seiner viel beachteten Ansprache: "Ich konnte unmöglich nicht hierherkommen. Ich musste kommen." Als erster Papst hatte im Juni 1979 der Pole Johannes Paul II. die Gedenkstätte besucht.

Auschwitz-Birkenau war von 1941 bis 1945 das größte Vernichtungslager der Nationalsozialisten. Während des Zweiten Weltkriegs ermordeten Deutsche dort mehr als 1,1 Millionen Menschen; die meisten von ihnen waren Juden. Fast 40 Prozent der registrierten Häftlinge waren Polen. Auschwitz (Oswiecim) liegt rund 60 Kilometer westlich von Krakau. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde es vom Deutschen Reich annektiert. (KNA)