Warnung vor Hass und Gewalt

Mann stirbt bei Polizeieinsatz – Kardinal gegen Instrumentalisierung

Kardinal Zuppi im Petersdom
Bild: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Gregorio Borgia

Nach dem Tod eines Mannes bei einem Polizeieinsatz in Bologna warnt der örtliche Erzbischof vor einer Instrumentalisierung des Falles. Er flehe Gott an, dass in diesem Moment nicht Hass, Gewalt – auch verbale und in Sozialen Medien – sowie Instrumentalisierung die Oberhand gewinnen, schreibt Kardinal Matteo Zuppi von Bologna am Montag. Stattdessen fordert der Kirchenmann "Respekt, Dialog und Gerechtigkeit".

Am Sonntag war ein Mann bei einem Polizeieinsatz in der norditalienischen Stadt ums Leben gekommen. Nach italienischen Medienberichten war die Polizei wegen eines randalierenden Mannes gerufen worden. Beim Eintreffen der Beamten soll der 43-Jährige marokkanischer Herkunft gegen den Streifenwagen geschlagen haben.

Pfefferspray und Fesseln auf dem Boden

Nach dem Einsatz von Pfefferspray drückten ihn die Polizisten auf den Boden und versuchten ihn zu fesseln. Ein Video zeigt, wie sich der Mann gegen das Festhalten wehrt und um Hilfe ruft. Nach mehreren Minuten bewegt er sich nicht mehr. Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen zum Ablauf des Einsatzes aufgenommen.

Zuppi bekundet Anteilnahme gegenüber der Familie und all jenen, die von dem "dramatischen Vorfall" betroffen seien. In der Zeit der Trauer, so der Kardinal, erinnere die Kirche daran, nicht müde zu werden, Wege von Frieden, Versöhnung und Begegnung zu bahnen, damit die Kraft der Liebe siege. (KNA)