Auf wirtschaftlichen Gewinn verzichten

Schönborn: Kirchenübergaben an andere Konfessionen sind richtiger Weg

Schönborn: Kirchenübergaben an andere Konfessionen sind richtiger Weg
Bild: Paul Wuthe / Kathpress

Der emeritierte Wiener Erzbischof Christoph Schönborn hält es für richtig, nicht mehr benötigte Kirchen an andere Konfessionen zu übergeben. "Dieser Weg ist sinnvoll und erfolgreich. Und ich hoffe, dass er weitergehen wird", sagte Schönborn im Interview des Magazins "Information Christlicher Orient" (Juli-Ausgabe). In Österreich lebten etwa eine halbe Million Christen aus dem Nahen Osten und aus Asien. Dass sie kirchlich beheimatet sind, sei ein großes Anliegen seiner Amtszeit gewesen, "und ich denke, das ist auch für die Zukunft wichtig", so der Kardinal.

In anderen Ländern würden Kirchen entsakralisiert und zu Bibliotheken, Cafés oder Turnhallen umgestaltet. Diesen Weg habe er auf jeden Fall so weit wie möglich vermeiden wollen, sagte Schönborn, "denn wir haben so viele andere christliche Kirchen in Österreich, besonders in Wien". Daher sei es eigentlich selbstverständlich, "vielleicht auf wirtschaftlichen Gewinn zu verzichten, dafür aber den christlichen Brüdern und Schwestern eine kirchliche Beheimatung zu ermöglichen".

Schönborn würdigte besonders die Kopten für ihren starken Glauben, der auch die anderen Kirchen bereichern könne. In seiner Amtszeit als Wiener Erzbischof wurden drei Gotteshäuser an die koptische Kirche übergeben; eine vierte Anfang Juli dieses Jahres von seinem Nachfolger Josef Grünwidl. "Ich habe so viel Schönes mit den koptischen Chrstinnen und Christen erlebt. Wenn man miteinander betet und gemeinsam auf Christus und die Mutter Gottes schaut, wenn man sich von der Glaubenstreue dieser Menschen berühren lässt – dann muss man einfach sagen: Wir sind wirklich Geschwister im Glauben", betonte der Kardinal. Mit dem Oberhaupt der koptisch-orthodoxen Kirche, Patriarch Tawadros II., ist Schönborn zudem eng befreundet. (mal)