Schon 287.700 Pilger hat das Pilgerempfangsbüro im spanischen Santiago de Compostela in diesem Jahr registriert. Das geht aus aktuellen Zahlen der dortigen Informationsstelle hervor. Dabei steht der ganz große Pilgerandrang am Zielort des Jakobswegs erfahrungsgemäß noch aus.
Besonders viele Pilger werden am kommenden Wochenende erwartet: Am Samstag wird in Santiago das Hochfest des Apostels Jakobus gefeiert – mit einem umfangreichen religiösen und kulturellen Programm. Die traditionellen "Festas do Apóstolo" haben am Mittwoch begonnen und dauern bis Monatsende. Sie verbinden Liturgie, Wallfahrt und Volksfest und gelten als eines der bedeutendsten religiös-kulturellen Ereignisse Spaniens.
Apostelgrab als Pilgerziel
Santiago de Compostela im Nordwesten Spaniens zählt zu den bedeutendsten Wallfahrtsorten der katholischen Welt und steht in einer Reihe mit großen Pilgerzielen wie Jerusalem, Rom und Guadalupe. Der Überlieferung zufolge befindet sich in der Kathedrale das Grab des Apostels Jakobus des Älteren. Seit dem Mittelalter pilgern Menschen aus ganz Europa auf dem Jakobsweg in die galicische Stadt.
Mehr als die Hälfte der bisherigen Pilger in diesem Jahr waren Frauen (55 Prozent). Fast zwei Drittel kamen aus dem Ausland: Während aus Spanien gut 35 Prozent der Pilger auf dem Jakobsweg stammen, kamen 9,6 Prozent aus den USA, gefolgt von Italien (6,22 Prozent), Portugal (4,87 Prozent) und Deutschland (4,83 Prozent). Nur 43 Prozent der Pilger gaben an, den Jakobsweg aus religiösen Gründen zu gehen. Die übrigen nannten "andere" (knapp 30 Prozent), "nichtreligiöse" (gut 18 Prozent) oder keine Gründe. (KNA)