Das oberbayerische Benediktinerkloster Ettal hat vom Bund 375.000 Euro für Sanierungsarbeiten erhalten. Mit dem Geld soll der Ritterakademie-Trakt restauriert und barrierefrei gestaltet werden, um dort ein Museum einzurichten, wie die Pressestelle von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer am Freitag mitteilte. Die Gesamtbaukosten beliefen sich auf 1,5 Millionen Euro.
Weimar hatte den Förderbescheid am selben Tag zusammen mit Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU), Wahlkreisabgeordneter für Ettal, überbracht. Die Mittel stammen aus dem Programm "Investitionen in national bedeutsame Kultureinrichtungen in Deutschland". Zugleich stellte der Bund weitere 431.000 Euro aus einem Denkmalschutz-Sonderprogramm in Aussicht, um die Klostermauer zu sanieren.
Bedeutende barocke Anlage
Der Grundstein für Ettal wurde 1330 im Auftrag von Kaiser Ludwig dem Bayern am Eingang des Graswangtals gelegt. Die heutige barocke Klosteranlage entstand nach Plänen des Münchner Hofarchitekten Enrico Zucalli. Nach einem Brand im Jahr 1744 wurden Kirche, Kloster und Bibliothek neu errichtet. Im Zuge der Säkularisation von 1803 wurde das Kloster aufgelöst und erst 100 Jahre später wiederbegründet – mit der Auflage, dort eine Schule zu errichten.
Laut dem Staatsminister ist das Benediktinerkloster Ettal nicht nur ein außergewöhnlicher Ort der Glaubens- und Kulturgeschichte, sondern vor allem auch ein beeindruckendes Baudenkmal. Er freue sich, mit der staatlichen Förderung einen Beitrag dazu leisten zu können, dieses bedeutende Kulturerbe zu bewahren, seine Geschichte zeitgemäß zu vermitteln und den Zugang für alle Besucherinnen und Besucher zu verbessern. (KNA)