Der frühere Generalabt der Prämonstratenser, Thomas Handgrätinger, ist tot. Er starb nach schwerer Krankheit im Alter von 83 Jahren am Freitagmorgen in seinem Zimmer im niederbayerischen Kloster Windberg. Das gab der Orden auf seiner Internetseite bekannt. In der dortigen Abtei war Handgrätinger neun Jahre Abt gewesen, bis er 2003 an die Spitze des Ordens gewählt wurde. Das Amt des 64. Generalabts hatte er bis 2018 inne.
Der 1943 in Ulm geborene Handgrätinger trat nach dem Abitur in das Kloster Windberg ein. Es folgte das Theologiestudium in Innsbruck und schließlich 1969 die Priesterweihe in Regensburg. Danach setzte er sich vor allem für die Fortbildung von Religionslehrern ein. Zur gleichen Zeit entstand außerdem innerhalb der Klostermauern das Jugendhaus Windberg, das 1975 die erste anerkannte Jugendbildungsstätte in Bayern wurde. In Windberg war der Ordensmann erst Prior und dann ab 1994 Abt.
Mit Handgrätinger war die Neubelebung des Windberger Konvents verbunden sowie 1982 die Wiederbesiedlung des schwäbischen Klosters Roggenburg. Der Prämonstratenser-Orden wurde 1121 in Prémontré bei Laon in Frankreich vom heiligen Norbert (1080–1134) ins Leben gerufen. Seine Idee war es, dass die Seelsorger wie die Apostel aus einer Gemeinschaft heraus wirken sollten. Zu den Hauptaufgaben der Prämonstratenser gehören die Predigt, der Unterricht und die Pfarrseelsorge. (KNA)