In einer Videobotschaft hat Papst Leo XIV. die katholischen Bischöfe Asiens zur Einheit und zur Besinnung auf den Kern katholischer Frömmigkeit aufgerufen. Die Botschaft wurde am Samstagnachmittag in der indonesischen Hauptstadt Jakarta in einem Hotel gezeigt, in dem 150 Bischöfe, Kardinäle und andere kirchliche Delegierte aus ganz Asien versammelt sind. Zeitgleich wurde sie auch im Vatikan veröffentlicht.
Es handelt sich um die zwölfte Vollversammlung der "Föderation Asiatischer Bischofskonferenzen", die vom 21. bis 26. Juli stattfindet. In dem 1970 gegründeten Dachverband sind katholische Ortskirchen aus 29 Ländern Zentral-, Ost- und Südostasiens vertreten. Schwergewichte sind unter anderen Indien, die Philippinen, Südkorea, Vietnam und Indonesien.
Einheit über Kulturen und Systeme hinweg
In seiner Botschaft beschwor der Papst die Einheit der in sehr unterschiedlichen Kulturen und politischen Systemen lebenden Ortskirchen. Er sagte: "Ich wünsche mir, dass sich die Bande der Gemeinschaft innerhalb der Ortskirchen und zwischen ihnen festigen und zu einem immer deutlicheren Zeichen der Gegenwart Gottes in euren verschiedenen Ländern werden, damit ihr so gemeinsam Brückenbauer in ganz Asien sein könnt."
Nachdrücklich forderte Leo XIV. die asiatischen Kirchenführer auf, sich auf den Kern der katholischen Frömmigkeit in der Eucharistie zu besinnen. Er betonte, Jesus Christus sei "der einzige Mittler zwischen Gott und der Menschheit". Aus der Gemeinschaft mit ihm entstehe die wahre christliche Solidarität.
Weiter sagte er: "Ich möchte euch ermutigen, weiterhin eine eucharistische Spiritualität in euren Ortskirchen zu fördern, also eine Spiritualität der kirchlichen Einheit, die auf der Liebe gründet, die aus der Gabe des Herrn in der Eucharistie entspringt."
Die Versammlung der Bischöfe Asiens findet in Jakarta, der Hauptstadt Indonesiens, statt.
Bei ihrem auf sechs Tage angesetzten Treffen hatten die Bischöfe Asiens unter anderem intensiv über die Anwendung synodaler Debatten- und Entscheidungsmethoden gesprochen. Aus dem Vatikan war der Generalsekretär der Weltbischofssynode, Kardinal Mario Grech, angereist. Er warb für die Umsetzung des synodalen Prinzips.
Das gemeinschaftliche Ringen um Entscheidungen in der Kirche mindere nicht die Autorität der Bischöfe, sondern stärke sie, so Grech. Zugleich betonte er die unverzichtbare bischöfliche Autorität in der Kirche. Die Debatten in Jakarta fanden zum Teil in der aus Rom bei der Weltsynode erprobten Methode der "Gespräche an Runden Tischen" statt.
Inhaltlich ging es vor allem um neue missionarische Strategien der katholischen Kirche, die sich in den meisten Ländern Asiens seit Jahrhunderten in einer Minderheitenposition befindet. Ein Thema war die Zusammenarbeit zwischen den katholischen Hochschulen, mit denen die Kirche in vielen Ländern Asiens sehr präsent ist. (KNA)