Letzter Gottesdienst gefeiert

Abschied von Würzburger Kirche – Gotteshaus wird Boulderhalle

Profanierung einer Kirche
Bild: POW/Markus Hauck

Emotionaler Abschied: Im Würzburger Stadtteil Sanderau ist am Sonntag zum letzten Mal in der katholischen Pfarrkirche Sankt Andreas Gottesdienst gefeiert worden. Im Auftrag von Diözesanbischof Franz Jung vollzog Domkapitular Stefan Gessner dabei die offizielle Profanierung des aus den späten 1960er Jahren stammenden Gotteshauses, wie die Pressestelle des Bistums mitteilte. Aus dem Betonbau soll ab Sommer 2027 eine Boulderhalle werden. Die Gemeinde setzt künftig ihr liturgisches Leben gemeinsam mit der Pfarrei Sankt Adalbero in deren Kirche fort.

Angesichts veränderter gesellschaftlicher Rahmenbedingungen und des Ausdünnens des kirchlichen Lebens sei die Zeit gekommen, verantwortungsvoll neue Wege zu gehen, sagte Gessner. "Gebäude können ihre Bestimmung verändern; Gottes Gegenwart aber bleibt. Jesus Christus geht mit seinem Volk nicht nur in steinernen Mauern." Dass die markante, an ein "Zelt Gottes" erinnernde Architektur erhalten bleibe, sei einer ungewöhnlichen Nachnutzung zu verdanken.

Aus Sankt Andreas wird "Rock Inn"

Den entscheidenden Anstoß habe der Leiter der Abteilung Kunst im Bischöflichen Ordinariat, Jürgen Emmert, gegeben, erläuterte Pfarrer Tobias Fuchs. Dieser habe Anfang vergangenen Jahres den Kontakt zu den Betreibern der Boulderhalle Würzburg hergestellt. Nach einer umfassenden Umbau- und Modernisierungsphase sollen sich die Türen Mitte nächsten Jahres für das "Rock Inn" wieder öffnen. Fuchs sprach den Geschäftsführern Andreas Schmitt und Thomas Meyer seinen Dank für deren mutigen Schritt und den spürbaren Respekt gegenüber dem Bauwerk aus.

Das benachbarte Pfarrhaus bleibt der Gemeinde weiterhin für die Jugendarbeit und Gruppen erhalten, wie es heißt. In der Auflösungsanweisung des Bischofs, die ebenso wie das Profanierungsdekret verlesen wurde, wünschte Jung den Gläubigen der Pfarreien Sankt Andreas und Sankt Adalbero die Kraft des heiligen Geistes, "den Weg des Glaubens gemeinsam weiterzugehen und die wertvolle Gebets- und Lebensgemeinschaft von Sankt Andreas gemeinsam fortzusetzen". (KNA)