Im ostukrainischen Charkiw hat nach Angaben der Caritas eine russische Rakete eine Mitarbeiterin der Hilfsorganisation getötet. Am Wochenende sei ihr Wohnhaus durch den Raketentreffer vollständig zerstört worden, teilte Caritas international am Montag in Freiburg mit. Der zehnjährige Sohn der Frau habe überlebt. Die Sozialarbeiterin habe engagiert und hingebungsvoll in einem Caritas-Team für medizinische Hilfen gearbeitet und sich täglich für Menschen eingesetzt, die Hilfe am nötigsten brauchten.
Der Vorfall macht eindrucksvoll deutlich, welchen Risiken auch die Mitarbeitenden der Partnerorganisationen Caritas Ukraine und Caritas Spes ausgesetzt sind, sagte der Leiter von Caritas international, Oliver Müller: "Dieser unerbittlich geführte Krieg macht vor niemandem Halt. Auch die Mitarbeitenden der Caritas sind diesen Gefährdungen täglich ausgesetzt. Ihr Einsatz für die Menschen in der Ukraine, die Hilfe dringend benötigen, ist außergewöhnlich. Das ist eine großartige humane Haltung."
Caritas baut Hilfen aus
Trotz aller Gefahren habe die Caritas ihre Hilfen auch viereinhalb Jahre nach Kriegsbeginn nicht eingestellt, sondern weiter ausgebaut, hieß es. Seit einigen Monaten nehme die Zahl der russischen Raketen- und Drohnenangriffe im Osten und Süden der Ukraine weiter zu.
Die Caritas kümmert sich um die Unterbringung der im Land Vertriebenen, hilft ihnen bei der Verarbeitung ihrer traumatischen Erlebnisse, berät die Menschen bei rechtlichen Fragen und betreut Kinder. Durch mobile Teams organisiert sie zudem Unterstützung für alte, kranke und Menschen mit Behinderung. Im vergangenen Jahr wurden durch die Hilfsmaßnahmen mehr als 105.000 Menschen erreicht. (fxn/KNA)