Markus Büchel lebt jetzt in früherem Elternhaus

Alt-Bischof von St. Gallen: Emeritierung war auch eine Befreiung

Markus Büchel, Bischof von Sankt Gallen
Bild: KNA/Julia Steinbrecht

Der emeritierte Bischof von St. Gallen in der Schweiz, Markus Büchel, ist froh, dass er das Bischofsamt abgeben konnte. "Ich musste als Bischof oft einfach funktionieren, vieles sind Führungs- und Managementaufgaben", sagte Büchel in einem Interview mit der Schweizer Regionalzeitung "Werdenberger & Obertoggenburger" (Sonntag). Das habe ihn viel Kraft gekostet. "Die Emeritierung war auch eine Befreiung."  

Seit seiner Emeritierung und der Weihe seines Nachfolgers Beat Grögli im vergangenen Jahr lebt der 76-Jährige mit seiner ledigen Schwester in dem umgebauten Bauernhaus im St. Galler Rheintal, in dem beide auch geboren wurden. Seine Rückkehr in sein Elternhaus bezeichnete Büchel als "Zäsur". Auch in seiner Zeit als Bischof habe er sich immer wieder in das Haus zurückgezogen. "Hier konnte ich am Sonntagnachmittag draußen sitzen und die Beine strecken." In der Bischofswohnung mitten in St. Gallen sei das anders gewesen. "Da war ich gefangen, es gab keinen Balkon, und kaum trat ich aus der Wohnung, waren da die Touristen und das ganze Trari-Trara auf dem Klosterplatz." 

Zu seinem Leben im Rheintal sagte Büchel: "Ich konnte und ich kann hier Markus Büchel sein." Er stehe zu seiner bäuerlichen Herkunft und schätze es, in ein bestehendes Netzwerk zurückgekehrt zu sein. "Ich war hier nie der Bischof. Ich bin hier immer 'dä Markus'." Seine Freundschaften müsse er nun allerdings vermehrt pflegen, gab er zu. Dafür habe er als amtierender Bischof kaum Zeit gehabt. Büchel will auch im Alter in dem Haus wohnen bleiben. "Hier bin ich geboren und hier möchte ich sterben." (cbr)  

Schlagworte: