Kirchliche Macht- und Abhängigkeitsverhältnisse gefährden laut dem Hilfswerk missio Aachen in vielen Teilen der Weltkirche besonders Ordensfrauen. Es fordert verbindliche kirchenrechtliche Safeguarding-Standards für den Bereich des geweihten Lebens.
Missio-Präsident Dirk Bingener erklärte, gesonderte Melde- und Verfahrenspflichten bei Missbrauch dürften sich nicht allein wie bisher auf Minderjährige und schutzbedürftige Erwachsene fokussieren. Diese rechtliche Lücke müsse im Sinne der Betroffenen geschlossen werden, um diese Form des Missbrauchs zu verhindern und nicht weiter zu tabuisieren.
Vernetzung und Schulung gegen Missbrauch
Missio schließt sich mit seinem Aufruf Forderungen von Expertinnen an, darunter die kenianische Ordensfrau und Safeguarding-Expertin Schwester Jacinta Ondeng, die Kirchenrechtlerin Claudia Giampietro von der Päpstlichen Kommission für den Schutz von Minderjährigen (PCPM), und Schwester María Rosaura González Casas, Ordensfrau und Dekanin des Instituts für Anthropologie an der Päpstlichen Universität Gregoriana.
Das Hilfswerk setzt sich seit Jahren für eine weltweite Vernetzung von Ordensfrauen im Kampf gegen Missbrauch ein. Es unterstützt Schulungen, Schutzkonzepte, Meldestellen sowie psychosoziale und rechtliche Begleitung und qualifiziert Ordensfrauen zu Fachkräften und Multiplikatorinnen im Safeguarding für Afrika, Asien und Ozeanien. (KNA)