Der Prozess setze ihr sehr zu

Ordensfrau droht nach ICE-Festnahme Abschiebung

Ordensfrau droht nach ICE-Festnahme Abschiebung
Bild: picture alliance/ZUMAPRESS.com/Tom Hudson

Der im Juni kurzzeitig im US-Bundesstaat Texas von ICE-Beamten festgenommene Ordensfrau Leticia Ugboaja droht die Abschiebung. "Wir sind sehr besorgt. Das ist natürlich nicht das, was wir wollen. Wir werden all unsere rechtlichen Alternativen prüfen", erklärt Ugboajas Anwalt Carlos Garcia, wie das Portal "EWTN" am Dienstag berichtete. Beide kamen von einem Termin bei der Einwanderungsbehörde ICE, um den Status der Ordensfrau zu besprechen.  

Bei dem Termin im texanischen Harlingen sei Ugboaja klargemacht worden, dass eine Abschiebung in ihr Heimatland Nigeria noch nicht vom Tisch sei. Ugboajas Antrag auf Asyl sei 2019 von einem Richter abgelehnt worden, jedoch habe dieser sie damals unter den Schutz der Antifolterkonvention der Vereinten Nationen gestellt, erklärte Garcia. Bei einer Abschiebung nach Nigeria drohe der Ordensfrau Folter, jedoch könnte sie auch in ein anderes Drittland abgeschoben werden. "Heute war nur ein Check-in. Schwester Ugboaja kann unter den ihr aufgelegten Konditionen erstmal so weiterleben wie bisher", so Garcia. Ein Folgetermin soll im Januar 2027 erfolgen. 

Unterstützer begleiteten die Ordensfrau zum Termin 

Laut Schwester Norma Pimentel vom Verband der katholischen Wohltätigkeitsorganisation Rio Grande Valley setzt Schwester Ugboaja der Prozess sehr zu. "Sie geht jeden Tag zur Messe und empfängt die Kommunion, doch diese Entwicklung hat sie sehr verängstigt." Der Tag in Haft sei ihr wie eine Ewigkeit vorgekommen, und bei ihrer Freilassung sei sie in Tränen ausgebrochen, so Pimentel. Unterstützer begleiteten sie zu ihrem Termin und beteten gemeinsam den Rosenkranz. "Sie versucht stark zu sein. Sie will sie selbst sein. Durch die Unterstützung und Liebe von so vielen Menschen weiß sie, dass sie nicht alleine ist."  

Am 28. Juni wurde die Ordensfrau auf dem Weg zur Sonntagsmesse von den Beamten der Einwanderungsbehörde ICE verhaftet. Bereits am Tag darauf kam sie nach Protesten wieder frei. In einem öffentlichen Statement beschrieb die Ordensfrau ihre Angst bei der Festnahme und den Wunsch, dass Festgenommene das Recht haben sollten, angehört zu werden. (ayo)