Kardinal Marx in Audienz empfangen

Vatikanfinanzen und Piusbrüder beschäftigen Papst nach Sommerpause

Vatikanfinanzen und Piusbrüder beschäftigen Papst nach Sommerpause
Bild: KNA/Vatican Media/Romano Siciliani

Wirtschaftliche und theologisch-dogmatische Themen prägen den ersten vollen Arbeitstag von Papst Leo XIV. nach dessen dreiwöchiger Sommerfrische. Wie das vatikanische Presseamt mitteilte, sprach der Papst in den vergangenen Tagen gleich mit drei Schlüsselfiguren für das vatikanische Finanzwesen. Er empfing demnach zuerst Erzbischof Giordano Piccinotti, den Präsidenten der vatikanischen Güterverwaltung APSA. Er ist unter anderem für die Verwaltung und Bewirtschaftung des umfangreichen vatikanischen Immobilienbesitzes zuständig.

Ferner empfing er den Münchner Kardinal Reinhard Marx in dessen Eigenschaft als Koordinator des vatikanischen Wirtschaftsrates. Marx hatte bei einer Kardinalsversammlung kurz vor dem Konklave, aus dem Leo XIV. als Papst hervorging, ausführlich über das Defizit und die Herausforderungen bei den Vatikan-Finanzen gesprochen.

Ebenfalls am Mittwoch empfing der Papst den Finanzfachmann Alessandro Cassinis Righini. Als "Generalrevisor" ist er der oberste Wirtschaftsprüfer im Vatikan. Er überprüft die Bilanzen aller Behörden des Heiligen Stuhls und meldet dem Wirtschaftsrat finanzielle Unregelmäßigkeiten. Sein Büro arbeitet unabhängig und berichtet direkt an den Papst.

Auch Piusbrüder wieder im Fokus?

Um eine andere schwierige Baustelle für den Vatikan dürfte es beim nächsten Termin gegangen sein. Ebenfalls am Mittwoch empfing der Papst den Leiter der vatikanischen Glaubensbehörde, Kardinal Víctor Manuel Fernández. Auch wenn der Vatikan nichts über den Inhalt des Gesprächs mitteilte, stand mutmaßlich unter anderem der Konflikt mit der Piusbruderschaft auf der Tagesordnung.

Die Traditionalisten hatten Anfang Juli unerlaubt vier Bischöfe geweiht und wurden deshalb für exkommuniziert erklärt. Vor zwei Wochen focht die Bruderschaft die von Kardinal Fernández verkündete Exkommunikation ihrer Bischöfe kirchenrechtlich an. Seither gab es keine weitere Vatikan-Erklärung zu dem Thema.

Welche der Gespräche noch in Castel Gandolfo stattfanden, wo sich der Papst bis Montagabend aufhielt, ließ der Vatikan in seiner Mitteilung offen. "Einige Audienzen" habe er noch dort abgehalten, so das Presseamt. (KNA)