Dennoch große Liebe für Heimatland

Leo XIV.: Sehe mich als Papst, der zufällig Amerikaner ist

Papst Leo XIV. winkt vor einer US-amerikanischen Flagge
Bild: KNA/CNS photo/Lola Gomez; Canva (Montage katholisch.de)

Papst Leo XIV. betrachtet seine US-Staatsbürgerschaft als zweitrangig. "Ich sehe mich eher als Papst, der zufällig Amerikaner ist – ohne damit herabwürdigen zu wollen, was es bedeutet, Amerikaner zu sein", sagte er in einem kurzen Interview mit dem US-Sender NBC am Mittwochabend auf die Frage, was es für ihn bedeute, der erste amerikanische Papst zu sein.

Leo, der mit bürgerlichem Namen Robert Francis Prevost heißt, wurde am 14. September 1955 in Chicago geboren. Er hege eine große Liebe für Amerika, sagte das 70 Jahre alte Kirchenoberhaupt in dem Interview weiter. "Ich verstehe aber meine Mission darin, Hirte einer universellen Kirche zu sein und eine Stimme sowie die Möglichkeit zu haben, zu Menschen auf der ganzen Welt zu sprechen."

Zeitpunkt für Reise unklar

Er plane, in den kommenden Jahren die USA zu besuchen, kündigte der Papst an. Einen konkreten Zeitpunkt nannte er aber nicht. Der Vatikan hatte bereits Anfang des Jahres dementiert, dass für 2026 eine USA-Reise geplant sei. Auf die Frage, was er an Amerika liebe, zählte Leo auf, wofür die USA für ihn stehen: "Das Gefühl von Freiheit, das Gefühl von Chancen und das Gefühl, seit Generationen Menschen aus aller Welt eingeladen zu haben, Teil Amerikas zu werden."

Der Papst, der in seinem Pontifikat immer wieder auf die schwierige Lage von Migranten weltweit hinweist, erwähnte auch die Einwanderer-Geschichte seiner Familie. "Mütterlicherseits haben wir Vorfahren, die sowohl Sklaven als auch Sklavenhalter waren", sagte der Pontifex.

Das Interview wurde am Rande des Friedenskonzerts in den Gärten der päpstlichen Sommerresidenz Castel Gandolfo geführt, das am Mittwochabend stattfand. Veranstaltet wurde der "Cantico di Pace" (Friedensgesang) von dem Tenor Andrea Bocelli und dem Chor der Andrea Bocelli Foundation, ABF Voices. In dem 164 Stimmen starken Kinderchor sangen auch Kinder und Jugendliche aus Krisen- und Konfliktregionen mit. In einer Ansprache würdigte Papst Leo Chöre als "Symbol für Einigkeit und Zusammenarbeit" und als Möglichkeit, sich Gott anzunähern. (mal/epd)

Schlagworte: