"Ein schales Gefühl…"

Bistum Augsburg kritisiert 500-Euro-Prämie für Taufen

Ein Taufbecken in einer Kirche, im Hintergrund die Gemeinde
Bild: adobestock/MØREfoto

500 Euro für neu getaufte Kinder in katholischen Gemeinden am Starnberger See? Die Aktion "Starnberger Schutzengel" stößt beim Bistum Augsburg auf Kritik. Zwar sei eine solche Freigebigkeit grundsätzlich "ein sympathischer Ausdruck von Nächstenliebe". Wo jedoch "Sakramentenempfang und finanzielle Aspekte, wie gut gemeint auch immer, zu nahe zusammenrücken", bleibe "aus kirchlicher Sicht unwillkürlich ein schales Gefühl", teilte ein Sprecher der Diözese auf Anfrage von katholisch.de am Freitag mit.

Hintergrund ist die Aktion des Unternehmers Peter Löw. Unter dem Namen "Starnberger Schutzengel" stiftet er für jeden Täufling in verschiedenen katholischen Gemeinden im Starnberger Raum 500 Euro. Insgesamt stehen 20.000 Euro für bis zu 40 Taufen in diesem Jahr zur Verfügung. Laut Medienberichten wurde die Aktion vor Ort kontrovers diskutiert. Der Starnberger Pfarrer verwies zwar auf die hohen Lebenshaltungskosten in der Region und darauf, dass Familien mit dem Geld unterstützt werden sollten. Zugleich berichtete er aber auch, einige Pfarreimitglieder sähen darin einen Verkauf "des Ansehens der Kirche".

Ökumenische Beziehungen

Das Bistum betont, grundsätzlich stehe es jedem frei, anderen ein Geschenk zu machen. Zugleich verweist die Diözese darauf, dass jeder Gläubige bei Vorliegen der Voraussetzungen Anspruch auf den Empfang der Sakramente habe. "Katholische Eltern sind sogar verpflichtet, ihre Kinder baldmöglichst taufen zu lassen und im christlichen Glauben zu erziehen. Da für die kirchliche Feier der Taufe keine Kosten entstehen, dürfte der finanzielle Aspekt, welcher bei der Aktion 'Starnberger Schutzengel' in den Vordergrund gerückt wird, für eine Entscheidung gegen eine Taufe schwerlich entscheidend sein", heißt es in der Stellungnahme.

Zugleich stellt das Bistum den theologischen Nutzen der Aktion infrage. Die Taufe setze eine bewusste Glaubensentscheidung voraus und sei weit mehr als eine bloße Segenshandlung. Wenn aber nicht der Glaube geweckt oder gestärkt werde, stelle sich die Frage nach dem Sinn einer solchen "sicherlich gut gemeinten Aktion", heißt es weiter. Zudem fragt die Diözese, ob es mit Blick auf die ökumenischen Beziehungen angemessen sei, die Unterstützung auf Taufen in der eigenen Konfession zu beschränken. Schließlich gebe es nur die eine Taufe auf den Namen des dreifaltigen Gottes, die in den verschiedenen Konfessionen gespendet werde. (mtr)