Nach der öffentlichen Unterstützung des Erzbischofs von Santa Fe, John C. Wester, für den Bau einer Moschee in Albuquerque ist ein Streit um das Vorhaben eskaliert. Wie der katholische Nachrichtendienst OSV News am Donnerstag berichtete, soll der Lebensgefährte einer prominenten Gegnerin des Moscheebaus einen katholischen Priester auf dem Gelände seiner Pfarrei mit einer Schusswaffe bedroht haben.
Auslöser war ein Konflikt zwischen Pfarrer Vincent Paul Chavez und der Moschee-Gegnerin Katrina Griego. Der Priester hatte sich bereits Anfang Juli bei einer öffentlichen Anhörung für das Bauprojekt ausgesprochen und erklärt, er hoffe, dass die Debatte nicht von Rassismus geprägt sei, den er als schwere Sünde bezeichnete. Später sprach er Griego persönlich an und warnte sie nach eigenen Angaben davor, dass rassistisches Verhalten den christlichen Glaubensgrundsätzen widerspreche.
Schwere Bedrohung in zwei Fällen
Daraufhin soll Griego ihren Lebensgefährten David Romero verständigt haben. Dieser erschien laut Polizei auf dem Pfarrgelände und zog eine Schusswaffe. Romero muss sich inzwischen wegen zweier Fälle schwerer Bedrohung verantworten. Eine Gerichtsanhörung ist für Ende August angesetzt. Der Priester bestätigte dem Sender OSV News den Vorfall und legte Videoaufnahmen vor, die den bewaffneten Mann zeigen sollen.
Erzbischof Wester hatte wenige Tage zuvor die Religionsfreiheit aller Glaubensgemeinschaften verteidigt und betont, Muslime hätten das gleiche verfassungsrechtlich geschützte Recht auf freie Religionsausübung wie Christen. Unterstützung für den Bau einer Moschee stehe im Einklang mit der katholischen Lehre und dem Konzilsdokument "Dignitatis humanae". Antimuslimische Ressentiments hätten "keinen Platz im Herzen eines Christen", erklärte der Erzbischof. Angst vor dem Anderen sei keine christliche Tugend, sondern Gastfreundschaft. (KNA)