Der Münchner Kardinal Reinhard Marx macht sich für den Sozialstaat stark. Dieser werde nicht krisenfester, wenn nur an einzelnen Schrauben gedreht werde, sagt der Erzbischof von München und Freising in einem Beitrag für die Reihe "Zum Sonntag" im Hörfunkprogramm Bayern 2. Diese wird am Sonntag um 7.25 Uhr ausgestrahlt. Vielmehr brauche es die Grundüberzeugung, dass alle der Solidarität bedürften und ebenso zum solidarischen Handeln in der Lage und verpflichtet seien.
"Die Liebe Gottes vergisst niemanden, und sie spiegelt sich auch in unserer Bereitschaft zur Solidarität und im Streben nach Gerechtigkeit", betonte Marx. Beides seien Grundlagen des Gemeinwesens. Sie stellten die Bausteine für den sozialen Frieden und damit den Zusammenhalt dar. Gegen Versuche der Spaltung durch extremistische Kräfte gelte es klar zu wiederholen: "Alle sind im Blick!"
Suche nach größtmöglicher Gerechtigkeit
Ausgehend von der Wundererzählung von den fünf Broten und zwei Fischen im Sonntagsevangelium verweist Marx auf die Verantwortung, für sich und für die anderen zu sorgen. Jeder müsse sich verantwortlich fühlen für das Wohl aller. Gerade angesichts geringer werdender Mittel und der Suche nach größtmöglicher Gerechtigkeit für alle Generationen gebe Jesus den Auftrag, niemanden zu vergessen.
Der Kardinal erinnerte an die besondere Würde älterer Menschen und der Großeltern. Der Erfahrungsschatz eines langen Lebens, aber auch die Herausforderung der Gebrechlichkeit bereicherten die Gesellschaft, so Marx. (KNA)