Eine der wertvollsten Immobilien des Vatikans im Stadtzentrum von Rom steht vor der Verpachtung. Dies geht aus zwei kurzen Sätzen in der am Freitag veröffentlichten Bilanz der vatikanischen Vermögensverwaltung Apsa hervor. Dort heißt es im Kapitel der anstehenden Projekte unter dem Punkt "Domus Paolo VI": "Zustimmungen zur Umwandlung in ein Hotel erhalten", und weiter: "Potenzieller Betreiber identifiziert, Unterschrift unter Vorvertrag erwartet".
Der nach Aufstockungen sieben Stockwerke hohe Palazzo liegt nahe dem Pantheon in der Via della Scrofa. Seit 1976 diente er als "Casa Internazionale del Clero" auswärtigen Bischöfen und Kardinälen als Bleibe. Berühmtester Gast vor dem Konklave 2013 war Kardinal Jorge Mario Bergoglio – der spätere Papst Franziskus.
Das Gebäude gilt als Filetstück im 4.281 Objekte umfassenden Immobilienbesitz des Vatikans. Laut italienischen Medienberichten wurde um die künftige Nutzung seit Jahren gerungen. Papst Franziskus soll demnach gegen die Umwandlung in eine gewerbliche Herberge gewesen sein; auch nach seinem Tod habe es im Vatikan Widerstand gegen die Pläne gegeben.
Hotel Columbus im Umbau
Auch bei einer anderen prominenten kirchlichen Immobilie in Rom gibt es Bewegung: Der früher als Hotel Columbus bekannte Palazzo delle Rovere, ein Renaissancepalast nahe dem Petersplatz, wird derzeit von einem spezialisierten Bauunternehmen umgebaut.
Das Gebäude im Besitz des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem sollte nach einem 2015 entschiedenen Pächter-Streit luxussaniert werden. Archäologische Funde und angeblich der Widerspruch von Papst Franziskus blockierten die Pläne. Unter Leo XIV. wurde das Vorhaben wieder aufgenommen. Das römische Bauunternehmen Pasqualucci gibt als Zeitraum der Arbeiten 2025 und 2026 an. (KNA)
Aktualisierung, 1.8., 17:40 Uhr: Anders als in der ursprünglichen Meldung der KNA angegeben, wird die Immobilie nicht verkauft, sondern verpachtet. Der Artikel wurde entsprechend korrigiert.