Viele Spender schätzten "geistliche Wegweisungen"

Stiftung der KHKT wollte Bischof Barron einladen

Bischof Robert Barron spricht bei einer Konferenz
Bild: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Kirsty Wigglesworth

US-Bischof Robert Barron hätte vergangenes Jahr auch auf einer Veranstaltung der Stiftung der Kölner Hochschule für Katholische Theologie (KHKT) sprechen sollen. Die Stiftung der von Kardinal Rainer Maria Woelki geförderten Hochschule wollte Barron einladen. "Aus organisatorischen Gründen war dies aber nicht möglich", teilte die Stiftung der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) mit.

Kritiker werfen Barron eine Nähe zum Rechtspopulismus vor. Der 66-Jährige stehe für Ausgrenzung und für eine Theologie, die einer Freund-Feind-Logik folge. Unterstützer loben seine missionarische Arbeit etwa in den Sozialen Medien, wo er Hunderttausende erreicht.

Barron hatte im Juli 2025 – von Protest begleitet – den Josef-Pieper-Preis in Münster erhalten. "In diesem Zusammenhang stellte sich die Frage, ob das nicht auch die Gelegenheit zu einem Abend der Stiftung (nicht der Hochschule) mit ihm sein könnte, da viele unserer deutschen Spender den Bischof und seine geistlichen Wegweisungen sehr schätzen", so die KHKT-Stiftung. Barron stehe nach Auskunft vieler Kenner der katholischen US-Bischofskonferenz in ihrer "kirchenpolitischen Mitte".

Haupteingang der KHKT
Bild: © fxn/katholisch.de

An der KHKT wird demnächst die Führungsriege ausgetauscht.

Zuvor hatte der "Kölner Stadt-Anzeiger" über die mögliche Einladung berichtet. Die Zeitung zog einen Zusammenhang zu aktuellen Konflikten an der KHKT. Zum Ende dieses Sommersemesters hört fast die gesamt Hochschulleitung auf.

Nach Informationen des "Kölner Stadt-Anzeigers" sollte die KHKT unter anderem Verbindungen zu finanzkräftigen, ultrakonservativen Netzwerken in den USA herstellen, wogegen die Hochschulleitung sich widersetzt habe. Das berichtete die Zeitung bereits Mitte Juli. Die Stiftung teilte der KNA damals mit: "Die Behauptung, die KHKT oder die KHKT Stiftung solle oder wolle Verbindungen zu konservativen Netzwerken in den USA herstellen, entspricht nicht den Tatsachen. Sie ist vielmehr frei erfunden."

Streit um Priesterausbildung

Das Erzbistum Köln hatte die Kölner Hochschule für Katholische Theologie (KHKT) auf Initiative von Kardinal Woelki 2020 von einem Orden übernommen. Seither studieren dort auch angehende Priester Theologie. Die nordrhein-westfälische Landesregierung pocht darauf, dass allein die Bonner Universität Ausbildungsstätte für Priester des Erzbistums Köln ist. Eine Kommission von Vatikan und Landesregierung soll den Streit schlichten.

Vergangene Woche fragte der Landtagsabgeordnete Bastian Hartmann (SPD) in einer Kleinen Anfrage den Stand der Gespräche ab. Eine Antwort der Landesregierung steht noch aus. (KNA)