Eine abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren ist aus Sicht des Bundes Katholischer Unternehmer (BKU) in Deutschland nicht mehr umsetzbar. "Wer jetzt an der abschlagsfreien Frührente festhält, verschiebt die Kosten eines demografisch nicht nachhaltigen Rentensystems auf nachfolgende Generationen", erklärte der BKU-Bundesvorsitzende Martin Nebeling am Montag.
Zuvor hatten die CDU-Ministerpräsidenten von Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gefordert, auf die von der Bundesregierung geplante Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren zu verzichten. Davon seien besonders Menschen in Ostdeutschland betroffen, argumentieren die Ministerpräsidenten.
Mit der Rente nach 45 Jahren ist die für besonders lange Zeit Rentenversicherte gemeint. Ausgehend von einem frühen Arbeitsbeginn wird sie auch "Rente mit 63" genannt, obwohl das tatsächliche Eintrittsalter inzwischen schon deutlich später liegt. Ihre Abschaffung ist Bestandteil der Rentenreformpläne der Koalition.
Verband: Aufschub würde Regierung schaden
Der BKU warnt davor, die Rentenreform vor diesem Hintergrund zu verschieben. "Ein Reformaufschub würde weiteres politisches Kapital kosten. Nach mehreren gebrochenen Wahlversprechen kann sich das die Bundesregierung jedoch keineswegs mehr leisten", so Nebeling.
Zugleich kritisierte der Verband, dass die Ministerpräsidenten auf eine besondere Betroffenheit ostdeutscher Einzahler verwiesen hatten. "Sie zahlen denselben Beitragssatz wie alle anderen, doch bei im Bundesvergleich niedrigeren Löhnen bleibt ihnen anteilig weniger zum Leben", erklärte Nebeling. Eine Beibehaltung der abschlagsfreien Rente nach 45 Jahren würde diesen Effekt verstärken.
Aus Sicht des BKU brauche es vielmehr eine Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und eine Stärkung der Sozialen Marktwirtschaft. Insbesondere müssten die Kosten von Löhnen, Steuern, Energie und Bürokratie deutlich gesenkt werden. (KNA)