Christen in den chinesischen Sonderverwaltungszonen Hongkong und Macau stehen aus Sicht des deutschen Weltkirche-Bischofs Bertram Meier immer stärker unter Druck der Zentralregierung in Peking. "Die katholische Minderheit sieht sich hier durch eine vertiefte staatliche Regulierung in ihren Handlungsmöglichkeiten zunehmend eingeengt", erklärte Meier laut Mitteilung der Deutschen Bischofskonferenz am Dienstag zum Abschluss seiner einwöchigen Ostasien-Reise.
Als Sonderverwaltungszonen hätten Hongkong und Macau zwar noch eine gewisse politische und gesellschaftliche Freiheit. Allerdings baue Peking seinen Einfluss immer weiter aus, so Meier, der Bischof von Augsburg ist. Bei Gesprächen mit mehreren kirchlichen Würdenträgern, darunter die Bischöfe von Hongkong und Macau, Kardinal Stephen Chow und Stephen Lee Bun-Sang, sei auch die schwierige Situation der Christen auf dem chinesischen Festland thematisiert worden.
"Die Kirche hat hier unter erheblichen Einschränkungen zu leiden – bis hin zum Verbot religiöser Erziehung von Kindern und Jugendlichen", so Meier. Auch die Möglichkeiten zum internationalen Austausch und zur Unterstützung der Kirche in Festland-China seien in den vergangenen Jahren geringer geworden.
Vor den beiden Sonderverwaltungszonen hatte Meier laut Mitteilung Singapur besucht und dort unter anderem den dortigen Kardinal William Goh getroffen. Der Weltkirche-Beauftragte hob das Zusammenleben im Stadtstaat hervor, der allen Religionen Freiheit gewährt. Katholiken könnten hier "frei atmen", allerdings in einem sehr reglementierten Gesellschaftssystem, erklärte Meier. (KNA)