Katholische Friedensbewegung warnt

Pax Christi in Sorge um Menschenrechte in Kolumbien

Pax Christi in Sorge um Menschenrechte in Kolumbien
Bild: Zerophoto/Fotolia.com

Vor der Amtseinführung von Kolumbiens neuem Präsidenten Abelardo de la Espriella am Freitag zeigt sich die katholische Friedensbewegung Pax Christi besorgt. Schon vor der Stichwahl habe sich der nun Gewählte mit scharfer Rhetorik gegen das Friedensabkommen von 2016 und die Menschenrechte im Land positioniert, erklärte Pax Christi in der Nacht zum Donnerstag in Berlin. Auch die Sicherheit von Menschenrechtsverteidigern, Journalisten und Oppositionellen bereite Sorgen.

Eines von de la Espriellas Wahlversprechen war demnach, die aus dem Abkommen entstandene Sondergerichtsbarkeit für den Frieden abzuschaffen und alle laufenden Verhandlungen mit bewaffneten Gruppen zu beenden. Zudem habe er den Austritt aus den Vereinten Nationen und der Organisation Amerikanischer Staaten (OEA) angekündigt. Schon in der Vergangenheit sei der neue Präsident wiederholt juristisch und verbal gegen kritische Journalisten vorgegangen.

Pax Christi und die Kinderrechtsorganisation Terre des Hommes Deutschland appellieren an die Bundesregierung, das Abkommen "angesichts der sich verschärfenden menschenrechtlichen, aber auch prekären humanitären Lage in einigen Regionen des Landes" weiter politisch und finanziell zu unterstützen, "mindestens im bisherigen Umfang". Dank einer starken Zivilgesellschaft und des Engagements von Überlebenden des Konflikts habe Kolumbien in den vergangenen Jahren große demokratische Errungenschaften erzielt, etwa einen Aktionsplan für Menschenrechte, so die Friedensorganisation; und weiter: "Eine starke Zivilgesellschaft ist Zeichen einer starken Demokratie." (KNA)