Kernthema des Pontifikats

Unesco vor Papstbesuch: Gemeinsam für Menschenwürde im KI-Zeitalter

Papst Leo XVI. vor eine Roboterhand montiert, die einen Touchscreen bedient
Bild: KNA/Vatican Media/Romano Siciliani; picture alliance/Zoonar/Alexander Limbach (Montage katholisch.de)

Die Kulturorganisation der Vereinten Nationen hat vor dem Papstbesuch übereinstimmende Ziele mit der katholischen Kirche betont. "Die gemeinsame Botschaft von Unesco und Vatikan ist eindeutig: Technologischer Fortschritt muss von menschlichen Werten geleitet und durch eine verstärkte globale Zusammenarbeit gestützt werden, damit sich Menschenwürde und Kreativität im digitalen Zeitalter entfalten können", heißt es in einer am Freitagabend in Paris veröffentlichten Mitteilung der Unesco.

Als erster Papst seit 1980 wird Leo XIV. am 25. September den Hauptsitz der UN-Organisation für Kultur, Bildung und Kommunikation in Paris besuchen. Die auf Einladung von Unesco-Generaldirektor Khaled El-Enany organisierte Begegnung widmet sich aktuellen Herausforderungen unter anderem durch Künstliche Intelligenz (KI), die Papst Leo in seiner ersten Enzyklika "Magnifica humanitas" formuliert hatte.

Grundsatzrede des Papstes

Die Ankunft von Leo XIV. bei der Unesco ist für 15 Uhr vorgesehen. Nach einem Vier-Augen-Gespräch mit El-Enany sowie einem Besuch des "Platzes der Toleranz" und der Kunstausstellung auf dem Gelände beginnt die offizielle Zeremonie. Dabei werden der Papst wie auch der Generaldirektor Grundsatzreden halten.

Ebenso werden die Unesco und der Heilige Stuhl ein Rahmenabkommen zur Stärkung der Zusammenarbeit im Bereich der KI unterzeichnen, hieß es. Der Besuch unterstreiche die weitgehende Übereinstimmung der Prioritäten beider Organisationen: Angesichts des raschen technologischen Wandels sei es notwendig, den Schutz der Schwächsten und die Bedeutung der Menschenwürde in den Mittelpunkt von Innovationen zu stellen, so die Unesco.

Junge Menschen diskutieren Papst-Enzyklika

Bereits am Vormittag werden beim Unesco-Forum "Jugend im digitalen Zeitalter" junge Menschen sowie Persönlichkeiten aus Kunst, Forschung und des öffentlichen Lebens Themen des päpstlichen Lehrschreibens diskutieren. Zugleich sollen dabei neue Normen für das digitale Zeitalter formuliert werden.

Bei seiner sechsten Auslandsreise wird Papst Leo XIV. vom 25. bis 28. September Paris, den Wallfahrtsort Lourdes und das nordfranzösische Metz, Wirkungsstätte des Europa-Politikers Robert Schuman (1886-1963), besuchen. Leo XIV. wird der zweite Papst nach Johannes Paul II. sein, der am Unesco-Sitz in Paris eine Ansprache hält. Johannes Paul II. sprach dort am 2. Juni 1980 während seiner ersten Frankreichreise und betonte dabei die Bedeutung von Kultur und Bildung für die Würde des Menschen. (KNA)