Standpunkt

Was bringen die ganzen Gedenktage?

Kalender
Bild: Piman Khrutmuang - stock.adobe.com

Schon Tage zuvor ist der "Weltkatzentag" (8. August) präsent. Die Tageszeitung präsentiert Katzenlieblinge ihrer Leser:innen als Fotostrecke. Der Handel bietet Rabatte für Futter und Zubehör. Selbst Katzenhalterin, frage ich: Was bringt dieser "Feiertag"? Hält er diejenigen ab, die Katzen misshandeln und Tierheime mit ihnen überfüllen? Bringt es den Großkatzen etwas, die aufgrund der Zerstörung ihrer Lebenswelt aussterben?

Jährlich gibt es etliche internationale und nationale Gedenktage für verschiedene Anlässe. Zum Beispiel den 20. Juni, den Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung, der an das Leid von Millionen erinnert. Er richtet den Blick auf die deutsche Vergangenheit sowie auf Flüchtlinge weltweit und diejenigen, die täglich bei uns in Europa Schutz suchen. Oder den Weltwassertag (22. März), den internationalen Tag der Jugend (12. August) oder den internationalen Tag der Gewalt gegen Frauen (25. November). Sie wollen auf weltweite Probleme aufmerksam machen und sind mit Kampagnen, Veranstaltungen wie Staatsakten oder Symbolhandlungen wie Beflaggung öffentlicher Gebäude verbunden. Umwelt-, Jugend- oder Frauenorganisationen schaffen als Anwältinnen Bewusstsein, suchen und fordern Problemlösungen. Dennoch die Frage: Was bringt es?

Eine Antwort findet sich bereits vor Jahrtausenden: "Wenn dich morgen dein Kind fragt: Was bedeutet das?, dann sag ihm…" (Ex 13,14) Wir müssen Auskunft geben, Hintergründe benennen, Wege weisen können. Damit Kenntnis und Verstehen wachsen, damit jenen gegengehalten werden kann, die Tatsachen wie Ursachen der Probleme leugnen. Das heißt: sich für eine bessere Zukunft erinnern und sie bewusst gestalten.

Agnes Wuckelt

Die Autorin

Agnes Wuckelt ist Professorin i.R. für Praktische Theologie an der Katholischen Hochschule NRW, Abt. Paderborn.

Hinweis

Der Standpunkt spiegelt ausschließlich die Meinung der Autorin bzw. des Autors wider.