Erste öffentliche Sonntagsmesse nach Operation

Nach Netzhaut-Ablösung: Erzbischof singt "I can see clearly now"

Der neue New Yorker Erzbischof Ronald Aldon Hicks spricht bei seiner Amtseinführung
Bild: KNA/Gregory A. Shemitz/OSV News

Bei seinem ersten öffentlichen Sonntagsgottesdienst nach seiner Netzhaut-Operation hat der New Yorker Erzbischof Ronald Hicks für Lacher gesorgt. In seiner Predigt stimmte der 59-Jährige das Lied "I can see clearly now" (Nun kann ich klar sehen) von Johnny Nash an – und bewertete seinen Vortrag gleich selbst: "Wow, war das schlecht. Ich bin ein schrecklicher Sänger. Aber ich denke, die meisten von Ihnen haben das Lied erkannt", so Hicks. In dem Lied gehe es um Klarheit nach einem Unwetter. "Und glauben Sie mir, ich kann das nachempfinden."  

Hicks berichtete, dass er fünf Wochen zuvor nach der Sonntagsmesse an seinem Schreibtisch gearbeitet habe, als er plötzlich nicht mehr mit dem linken Auge habe sehen können. Die sei ein "Hindernis in meinem Weg" gewesen, sagte Hicks in Anlehnung an das Lied. Am nächsten Tag sei eine Netzhautablösung diagnostiziert worden und er habe operiert werden müssen. Inzwischen habe er wieder 70 Prozent Sehkraft auf seinem Auge.

Dankbar und glücklich über gemeinsame Messfeier

"Ich möchte, dass jeder einzelne von Ihnen weiß, wie dankbar und glücklich ich darüber bin, dass ich wieder zurück bin und öffentliche Messen feiern kann." In den vergangenen fünf Wochen habe er die Messe in seiner Privatkapelle feiern müssen.

"Wir erleben alle Momente, wenn das Unwetter so stark ist, dass wir nicht mehr klarsehen können", sagte Hicks. In Bezug auf das Sonntagsevangelium von der Offenbarung des Gottessohns auf dem Wasser betonte der Erzbischof, dass Jesus immer bei den Gläubigen ein "ewiger Sonnenschein" sei. Daher könne man mit Glauben und Hoffnung immer singen: "Es wird ein heller, sonniger Tag."

"Wie viele von Ihnen wissen, fällt mir das nicht immer leicht"

Am Freitag hatte Hicks sich in einem Hirtenbrief bereits für die Gebete der Gläubigen bedankt. "Gott sei Dank erholen sich mein Auge und mein Sehvermögen nach der Operation weiterhin gut", so er 59-Jährige. "Ich bin zutiefst dankbar für die hervorragende medizinische Versorgung, die ich erhalten habe." Den ärztlichen Ratschlägen folgend, habe er die Zeit seiner Genesung ruhig gestaltet. "Wie viele von Ihnen wissen, fällt mir das nicht immer leicht." Zugleich sei die Zeit der Genesung auch ein "Geschenk" gewesen, schrieb der Erzbischof. "Sie hat mir mehr Zeit als sonst gegeben, still vor dem Herrn im Gebet zu verweilen. In dieser Stille wurde mir erneut bewusst, wie sehr wir alle jeden Tag auf Gottes Gnade angewiesen sind."

Hicks bat darum, auch weiterhin für ihn zu beten. "Ihre Gebete sind das größte Geschenk, das Sie mir in dieser Zeit machen können, und ich bin für jedes einzelne zutiefst dankbar", betonte der Erzbischof. "Möge Jesus, der Herr, der die Kranken geheilt, den Blinden das Augenlicht zurückgegeben und den Bedürftigen Hoffnung geschenkt hat, euch mit Licht, Frieden und Liebe segnen." (cbr)