Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki hält an den meisten seiner Entscheidungen fest. "Das meiste würde ich heute wieder so machen, wie ich es gemacht habe", sagte er der Nachrichtenagentur dpa am Freitag. "Natürlich habe ich mich im Laufe der Jahre verändert, aber im Kern bin ich derselbe geblieben."
"Alles, was ich gesagt habe, war, dass wir den Menschen keine Versprechen machen sollten, die wir am Ende nicht halten können. Eine Forderung wie die nach dem Diakonat der Frau, die ist eben weltkirchlich nicht durchzusetzen", so Woelki weiter. Die Medien hätten ihm Etiketten aufgeklebt: "In Berlin war ich der junge, dialogfreudige Bischof, in Köln der Hardliner." Inzwischen habe er sich mit den Medienberichten versöhnt, aber: "Es gab sicher Momente, in denen ich mich in den Medien nicht fair dargestellt gefühlt habe."
Fühle sich weder alt noch müde
In diesem Jahr hatte Woelki sich in dem Hape-Kerkeling-Film "Horst Schlämmer sucht das Glück" selbst gespielt. Er habe den Film aber bis heute nicht gesehen. "Nicht etwa aus mangelndem Interesse. Es hat etwas mit meinem Naturell zu tun. Ich kann mich selbst nur schwer auf einem Bildschirm oder gar auf einer Leinwand ertragen." Er habe den Komiker Kerkeling als sehr feinen, sensiblen Menschen kennengelernt, was ihn sehr berührt habe. "Was mir auch gefallen hat, ist, dass er die Kirche und ihre unterschiedlichen Typen mit einem feinen Humor parodiert, ohne dabei aber den Glauben lächerlich zu machen. Das fand ich sehr respektvoll."
Woelki wird in diesen Tagen 70 Jahre alt. "Ich kann sagen, dass ich mich weder alt noch müde fühle. Eher beflügelt. Eigentlich hat mir meine Tätigkeit noch nie so viel Spaß gemacht wie jetzt", sagte er. Er sei überrascht und glücklich darüber, was in den letzten Jahren in seiner Diözese "alles gewachsen ist". (cph)