In der Jesuitenkirche Sankt Michael in der Münchner Innenstadt soll ein neuer Gedenkort für den seligen Pater Rupert Mayer (1876–1945) entstehen. Das berichtet das katholische Magazin "innehalten" (Erzdiözese München und Freising) in seiner aktuellen Ausgabe. Demnach ist geplant, den Eisengusskopf von Mayer, den der Bildhauer Karlheinz Oswald 1993 schuf, an einem anderen Platz im Gotteshaus aufzustellen. Statt am rechten Aufgang des Hochchores soll er künftig unterhalb der Kanzel, von der der Jesuit einst mutig predigte, stehen.
Entworfen hat den neuen Gedenkort den Angaben zufolge der Architekt Lucas Schäfer. "Wir bringen diesen Kopf unterhalb der Kanzel an, auf einem goldfarbenen Metallband, auf dem Pater Rupert Mayers Unterschrift und das Zitat 'Ich schweige nicht' eingemeißelt sind und ein bisschen zu seinem Leben erzählt wird", beschreibt Kirchenrektor Pater Martin Stark das Vorhaben. Zudem solle künftig daneben ein stets brennendes Öllicht stehen, das an Mayers Glauben, seinen Mut und seinen Einsatz für Wahrheit, Menschenwürde und Nächstenliebe erinnert. Veranschlagt seien für das Projekt 25.000 Euro, die vollständig über Spenden finanziert werden sollen.
"Sozialapostel"
Der auch als "Sozialapostel" bezeichnete Jesuit Mayer war Präses der Marianischen Männerkongregation in München. Früh erkannte er die von den Nationalsozialisten ausgehende Gefahr. Für ihn galt der Grundsatz, ein Katholik könne niemals Nationalsozialist sein. Der Ordensmann wurde mehrfach wegen des Verstoßes gegen das ihm auferlegte Predigtverbot verhaftet. Nachdem sich sein Gesundheitszustand nach der Haft im KZ Sachsenhausen deutlich verschlechtert hatte, wurde er 1940 ins Kloster Ettal gebracht. Dort lebte er bis Kriegsende.
Im Mai 1945 kehrte Mayer nach München zurück. Am Allerheiligen-Tag desselben Jahres erlitt er in der Michaelskirche einen Schlaganfall und starb später im Krankenhaus. Papst Johannes Paul II. sprach den Ordensmann 1987 in München selig. In der dortigen Bürgersaalkirche befinden sich sein Grab und auch eine Ausstellung über sein Leben. (KNA)