Neben dem Kloster Mater Ecclesiae

Päpstlicher Gemüsegarten wird künftig biologisch bewirtschaftet

Mater Ecclesiae
Bild: Romano Siciliani/KNA

Der päpstliche Gemüsegarten neben dem Kloster Mater Ecclesiae in den Vatikanischen Gärten wird künftig vollständig biologisch bewirtschaftet. Wie "Vatican News" am Dienstag berichtete, steht dabei nicht die Maximierung des Ertrags, sondern ein schonender Umgang mit Boden und Pflanzen sowie die Beachtung natürlicher Wachstums- und Erntezeiten im Mittelpunkt. Das Projekt orientiere sich an den Grundsätzen der von Papst Franziskus veröffentlichten Umwelt-Enzyklika "Laudato si'".

Auch Papst Leo XIV. habe den Gedanken der Bewahrung der Schöpfung aufgegriffen, erinnert das Portal. Bei einer Ansprache an italienische Landwirte und Forstleute im vergangenen Jahr bezeichnete er deren Arbeit als konkrete Form der Fürsorge für die Erde und kommende Generationen. Die Erde sei "kein Besitz, sondern ein Geschenk", so der Papst.

Bewirtschaftet wird die knapp 400 Quadratmeter große Fläche auf vier Terrassen vom Garten- und Umweltdienst des Vatikans. Ein erfahrener Gärtner arbeitet dabei mit jungen Mitarbeitern zusammen. Auch die Ordensfrauen des Klosters Mater Ecclesiae sind in die Bewirtschaftung eingebunden und geben vor, welche Pflanzen jeweils benötigt werden.

Fruchtwechsel und Algen-Dünger

Bei der Düngung komme ausschließlich zertifizierter pelletierter Dünger zum Einsatz. Durch Fruchtwechsel und andere Methoden soll die Bodenfruchtbarkeit erhalten und der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln möglichst gering gehalten werden. Hülsenfrüchte binden Stickstoff im Boden. Derzeit werde zudem ein Dünger auf Algenbasis bei Tomaten erprobt. Die Bewässerung erfolgt weiterhin vollständig von Hand.

Angebaut werden je nach Jahreszeit unter anderem Knoblauch, Basilikum, Chilis, Tomaten, Auberginen, Paprika, Zucchini, Gurken und Kürbisse. Ende August beginnt die Aussaat für die Wintersaison mit Kohl, Brokkoli, Spinat und Salat. Zum Bestand gehören auch rund 150 Jahre alte Zitrusbäume. Deren Früchte werden unbehandelt verwendet; die Ordensfrauen verarbeiten sie zu Marmeladen, kandierten Schalen und Keksen.

Der kleine Garten blickt auf eine rund 800-jährige Geschichte zurück. Papst Nikolaus III. ließ im späten 13. Jahrhundert einen Obstgarten und einen Nutzgarten anlegen. Die Fläche diente der Versorgung des päpstlichen Haushalts. Die Schwestern des Klosters nutzen die Erzeugnisse heute für den eigenen Bedarf und für karitative Zwecke. (KNA)