Wahl eines Administrators im September

Heiligenkreuzer Abt Maximilian Heim tritt zurück

Abt Maximilian Heim
Bild: Stift Heiligenkreuz

Maximilian Heim tritt als Abt der österreichischen Zisterzienserabtei Stift Heiligenkreuz zurück. Wie das Stift am Donnerstag mitteilte, legt der aus Oberfranken stammende Ordensmann zum 14. September sein Amt nieder. In Anbetracht seiner Herzerkrankung im vergangenen Jahr sei für ihn der richtige Zeitpunkt gekommen, "diese Aufgabe in jüngere Hände zu legen", wird Heim zitiert. Er wolle in die Seelsorge zurückkehren und als Theologe wirken. Heim gibt sein Amt damit rund ein halbes Jahr vor Ende seiner zweiten regulären Amtsperiode ab.

Der Abtpräses der österreichischen Zisterzienserkongregation, Pius Maurer, würdigte Heim, der "mit Gottvertrauen und großem Einsatz die Mönche von Heiligenkreuz in herausfordernden Zeiten geleitet" habe. Weiter kündigte Maurer an, dass der Konvent in Absprache mit dem Vatikan zunächst keinen Abt als Nachfolger für Heim wählen werde, sondern einen Administrator mit einer Amtszeit von drei Jahren. Grund dafür sei, dass mehr als ein Drittel der Wahlberechtigten noch nie an einer Abtwahl teilgenommen habe. Die Wahl soll Mitte September stattfinden.

Seit 2011 im Amt

Der 65-jährige Heim leitete die Abtei im Wienerwald seit 2011. 1983 trat er in das Kloster ein, 1988 wurde er zum Priester geweiht. Nach mehrjähriger Tätigkeit in Priorat Stiepel im Ruhrgebiet kehrte er 1996 nach Heiligenkreuz zurück. Durch seine Wahl zum Abt war er seit 2011 auch Großkanzler der Philosophisch-Theologischen Hochschule Benedikt XVI. in Heiligenkreuz.

Im Juni 2025 war Heiligenkreuz wegen der Ankündigung einer vatikanischen Visitation des Klosters in die Schlagzeilen geraten. Etwa zur gleichen Zeit waren anonyme Schreiben mit Vorwürfen der Nötigung, Missbrauch und Streitereien bei Postennachbesetzungen im Stift bekanntgeworden. Parallel zum Vatikan ermittelte die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt zur Identität des Verfassers.

Bild: © photo 5000/fotolia.com (Archivbild)

Das Stift Heiligenkreuz ist ein Kloster der Zisterzienser bei Heiligenkreuz im Wienerwald in Niederösterreich.

Laut dem Dekret zur Visitation, das einen Tag nach der Ankündigung über Medien an die Öffentlichkeit gelangte, bestand der Auftrag der Visitatoren darin, "den Leitungsstil der Abtei in seiner Gesamtheit sowie das persönliche Führungsverhalten des Abtes eingehend zu prüfen". Neben der Beachtung und Umsetzung des kirchlichen Rechts sollte geprüft werden, "in welchem Maß geistliche Autorität in verantwortungsbewusstes und dienendes Handeln umgesetzt wird und wie innerhalb der Gemeinschaft mit Kritik, Anregungen und Rückmeldungen umgegangen wird, insbesondere im Hinblick auf Offenheit, Dialogfähigkeit und konstruktive Konfliktkultur". Außerdem sollte der Umgang mit "Vorwürfen von Missbrauch oder anderen schwerwiegenden Verfehlungen" untersucht werden.

Die Untersuchung war für Herbst 2025 angesetzt. Im April dieses Jahres informierte das Stift über die Ergebnisse. So habe das vatikanische Ordensdikasterium die Abtei unter anderem angewiesen, die interne und externe Kommunikation zu verbessern und klare strategische Prioritäten für die Gemeinschaft zu entwickeln. Auch die theologische und spirituelle Ausrichtung des Klosters solle überprüft werden. Weitere Schwerpunkte seien die sinnvolle Heranführung junger Menschen an das Ordensleben sowie die Schärfung von Identität und Selbstbild des Stifts.

Gesundheitliche Probleme

Heim war bereits vergangenes Jahr wenige Wochen nach der Ankündigung der Visitation als Abtpräses der österreichischen Zisterzienserkongregation zurückgetreten. Dafür wurden gesundheitliche Gründe geltend gemacht sowie eine notwendige stärkere Fokussierung auf die Situation im Kloster. Zuvor war bekanntgeworden, dass sich Heim wegen mutmaßlichen Herzproblemen in medizinische Behandlung begeben musste.

Das fast 900 Jahre alte Stift Heiligenkreuz ist das zweitälteste noch bestehende Zisterzienserkloster. Es wurde 1133 südwestlich von Wien gegründet. Mit Bochum-Stiepel (seit 1988) und Neuzelle in Brandenburg (seit 2018) hat Heiligenkreuz in Deutschland zwei Priorate. Bekannt ist das Kloster vor allem durch seinen großen Zulauf und seine traditions- und lehramtstreue Ausrichtung. Im Konvent des Stifts leben aktuell rund 100 Mönche. (mal)