Europa "nicht der Nabel der Weltkirche"

Wallner-Nachfolger versteht Mission als Begegnung auf Augenhöhe

Johannes Laichner ist neuer Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in Österreich.
Bild: Missio Österreich

Der designierte Österreich-Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke, Johannes Laichner, versteht Mission als Begegnung auf Augenhöhe. Sie sei "wie ein Gang über die Brücke, wo man sich in der Mitte trifft", sagte der Tiroler Priester im "Der Sonntag"-Interview. In der aktuellen Ausgabe der Wiener Kirchenzeitung erläuterte er, die Menschen auf beiden Seiten der Brücke hätten dabei eine Wegstrecke zurückzulegen: "Das ist keine Einbahnstraße, sondern es ist ein Zueinander."

Der studierte Archäologe und Priester war schon seit 2018 als missio-Diözesandirektor in Innsbruck tätig. Nun wird Laichner zum 1. September die Nachfolge des bisherigen missio-Nationaldirektors Karl Wallner antreten, der nach zehn Jahren an der Spitze von missio in sein Heimatkloster Stift Heiligenkreuz zurückkehrt.

Europa "nicht der Nabel der Weltkirche"

Während seines Theologiestudiums war Laichner einen Monat lang durch Guatemala gereist, wo er die Armut in Lateinamerika und das aggressive Werben evangelikaler Gemeinden als "Schock" erlebte. Genauso habe er es aber auch als lohnend erfahren, "verbunden im Glauben seinen Weg zu gehen, und dass man die Hoffnung nicht aufgeben soll".

Eine weitere Reise zu missio-Projektpartnern im frankophonen Teil Kameruns habe ihn als Europäer verstehen lassen, "dass wir nicht der Nabel der Weltkirche sind". Denn die sei "viel komplexer, vielfältig und bunt". Glaubensfreude sehe er als das "Geschenk der Weltmission an uns", erklärte Laichner. Er wolle diese Freude teilen und einen "einladenden Eifer" spüren lassen, "der einladend ist, der viel Herz gibt und wo man am Ende sagt, dass man richtig 'missio-narrisch' ist".

Als künftiger missio-Chef ist sein Ziel, "mehr Fenster zu öffnen in diese faszinierende Welt der Mission", Menschen für das Gebet und finanzielle Unterstützung für die hier Tätigen zu begeistern und auch für die Glaubensweitergabe selbst zu begeistern. Der Völkerapostel Paulus sei sein Vorbild darin, "von der unwiderstehlichen, einladenden Liebe dieses Gottes zu erzählen, der uns die Tür öffnet zu einem ganz, ganz anderen Leben", so Laichner. (KNA)