Der Weihbischof im niederländischen Bistum 's-Hertogenbosch, Rob Mutsaerts, hat seine Kritik an der Weltsynode erneuert. "Der synodale Prozess hat die Krise in Westeuropa nicht verursacht. Doch nach mehreren Jahren gibt es kaum Anzeichen dafür, dass er ein wirksames Mittel dagegen gefunden hat", sagte Mutsaerts in einem Interview mit dem traditionalistischen Portal "Advaticanum" (Samstag). "Das Heilmittel gleicht der Krankheit!"
Grundsätzlich gebe es keinen Widerspruch zwischen Synodalität und Tradition. "'Gemeinsam gehen' ist nur dann von Wert, wenn die Kirche weiß, wohin sie geht", sagte der Weihbischof. "Das Ziel ist nicht eine stärkere Teilhabe, sondern Christus; nicht der kirchliche Dialog, sondern die Heiligkeit; nicht Inklusion als abstraktes Prinzip, sondern die Eingliederung in Christus und letztlich das ewige Heil." Das bloße Zuhören müsse irgendwann der Verkündigung des Evangeliums Platz machen. "Die Begriffe, die in der Synode fehlen, sind Buße und Bekehrung", so Mutsaerts.
Der niederländische Weihbischof beklagte, dass in seinem Heimatland zwar rund 3,5 Millionen Katholikinnen und Katholiken registriert seien, diese jedoch kaum Sakramente empfingen. "Wenn Millionen Menschen zwar nominell katholisch bleiben, aber nur ein winziger Teil von ihnen regelmäßig dem eucharistischen Christus begegnet; wenn getaufte Kinder vor der Firmung aus der Kirche verschwinden; wenn die katholische Ehe statistisch gesehen zur Ausnahme wird; dann reicht es nicht aus, zu sagen, dass neue Beratungsstrukturen geschaffen wurden", sagte Mutsaerts. Wenn die kirchliche Rhetorik sich der westlichen Sprache annähere, laufe die Kirche Gefahr, den säkularen Menschen in Europa eine religiöse Version von etwas anzubieten, das diese bereits besäßen. "Doch niemand braucht das Christentum, um zu lernen, dass Zusammenkünfte inklusiv sein sollten."
Vorteil für "traditionellen Katholizismus"
Gleichzeitig gebe es ein "wirklich hoffnungsvolles Zeichen", so Mutsaerts: Die Zahl der Aufnahme Erwachsener in die katholische Kirche durch Taufe oder Konversion sei im Jahr 2024 um rund 40 Prozent gestiegen. Bei einer kleinen, aber bedeutenden Gruppe von Suchenden tue sich also etwas. "Die entscheidende Frage lautet: Welche Art von Katholizismus zieht diese Konvertiten an? Suchen die Menschen das Christentum, weil sie sich mehr Ausschüsse wünschen? Oder weil sie Christus, das Gebet, die eucharistische Anbetung, die Beichte, die moralische Ernsthaftigkeit der katholischen Kirche, die schöne Liturgie, die intellektuelle Kohärenz, die Tradition, die Gemeinschaft und die Transzendenz entdeckt haben?", fragte der Weihbischof. "Für mich steht fest, dass Letzteres der Fall ist." Der "traditionelle Katholizismus" habe hier gerade einen evangelisierenden Vorteil, "weil er sich ohne Umschweife als 'anders' versteht".
Mutsaerts hatte sich bereits am 13. August in einem Offenen Brief auf seinem Blog mit Kritik an der Weltsynode an Papst Leo XIV. gewandt. Darin betonte er, dass er um das Heil der Seelen besorgt sei und die Welt nicht auf eine weitere Organisation warte, die ihr zuhöre, sondern auf Gott warte. Der Diözesanbischof von 's-Herogenbosch kritisierte seinen Weihbischof für das Schreiben. Ein persönlicher Brief an den Papst wäre der bessere Brief gewesen, so Gerard de Korte.
Mutsaerts wurde 2010 zum Weihbischof in 's-Hertogenbosch geweiht. Im Jahr 2020 beschloss er in Absprache mit Bischof de Korte, einen großen Teil seiner Verwaltungsaufgaben abzugeben. Im vergangenen Oktober führte er gemeinsam mit dem texanischen Bischof Joseph Strickland, dem kasachischen Weihbischof Athanasius Schneider und dem Schweizer emeritierten Weihbischof Marian Eleganti eine Gebetsaktion durch, um eine aus ihrer Sicht erfolgte "Entweihung" des Petersdoms durch eine LGBTQ-Pilgerfahrt wiedergutzumachen. (cbr)