Papst Leo XIV. hat gefordert, dass die Liturgie wieder ihren zentralen Platz in der christlichen Bildung bekommen sollte. Die christliche Initiation dürfe nicht als bloße "Vorbereitung auf die Sakramente" verstanden werden, sondern solle der "Mutterschoß" sein, in dem die Kirche die Menschen zum Glauben und in das österliche Leben einführe, heißt es in einer Botschaft, die Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin im Namen des Papstes an die Teilnehmenden der Nationalen Liturgiewochen in Italien übermittelt hat. Das Portal "Vatican News" berichtete am Dienstag über das Schreiben.
Papst Leo betonte demnach, dass gerade das Zusammenspiel aus Katechese und liturgischer Feier die Anfänge der Kirche geprägt habe. Die Gläubigen nahmen demnach einerseits die Lehre der Apostel an, und brachen andererseits in Gemeinschaft das Brot. Der Papst lud dazu ein, zu dieser Quelle zurückzukehren, "in der christlichen Bildung den Wert der Liturgie zu stärken und – wo nötig – wiederherzustellen, in der uns das Geheimnis Christi ergreift, verwandelt und als neue Geschöpfe entstehen lässt".
Respekt und Treue gegenüber Riten
Nur ein Glaube, der der Liturgie entspringe und durch sie geprägt sei, sei in der Lage, die "Wege der Menschheit" zu erreichen und "Früchte des Guten, der Versöhnung und des Friedens" zu tragen, so das Kirchenoberhaupt. Der Papst betonte zudem die gemeinschaftliche Dimension der Liturgie. Sie forme Christen in der Gemeinschaft, da sie als Handlung eines einzigen kirchlichen Leibes gefeiert werde. Dies erfordere Respekt und Treue gegenüber den Riten.
Der Papst appellierte in einem Schreiben an Seelsorgende und Katecheten, den Menschen die "nüchterne Feierlichkeit liturgischer Gesten" näherzubringen und ihnen dabei zu helfen, deren Bedeutung in ihrem ganzen Reichtum zu verstehen und zu erfahren. Die Liturgie sei ein "privilegierter Ort des Hörens auf das Wort Gottes", den die Kirche den Gläubigen biete. Die Seelsorger sollten in den Kirchen Gastfreundschaft und das Zeugnis des Lebens fördern. (cbr)