Fan-Sein mit Kirche vergleichbar

Zum Bundesliga-Start: Berliner Erzbischof will weniger Kommerz

Der Berliner Erzbischof Heiner Koch schaut nachdenklich in die Kamera
Bild: KNA/Julia Steinbrecht

Zum Start der neuen Fußball-Bundesliga an diesem Freitag wünscht sich der Berliner Erzbischof Heiner Koch weniger Kommerz. "Fußball ist ein Volkssport und muss es bleiben", sagte er der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). "Fußball wird nur dann weiterhin Spaß machen, wenn man es sich leisten kann, zuzuschauen im Stadion oder im Fernsehen. Der Fußball darf nicht noch kommerzieller werden."

Für Koch speist sich die Beliebtheit der Bundesliga aus verschiedenen Dingen: "Ich glaube, es ist die hohe Qualität der Spiele, die Leidenschaft der Fans und dass trotz allem das Spiel wichtiger ist als alle Politik." Der Sport habe eine verbindende Kraft und könne großen Zusammenhalt schaffen. "Das ist gerade in einer Zeit mit viel Spaltung ein Stück Lebensqualität. Und viele Fußballvereine leben gerade durch Fangemeinschaften."

Koch: Noch nie für Spielausgang gebetet

Doch manchmal ist das Fan-Sein gar nicht so einfach, wie Koch aus eigener Erfahrung weiß. Er ist erklärter Fan von Fortuna Düsseldorf der Verein ist kürzlich in die dritte Liga abgestiegen. Aber Koch bleibe am Ball  was er auch anderen Fans rät, die sportlich schwere Stunden erleben müssen: "Wenn man Fan ist, ist man Fan. Das ist so ähnlich wie in der Kirche, man bleibt dort, sowohl in den schönen als auch in den schweren Stunden."

Für ein Spielergebnis gebetet habe Koch aber noch nie, "obwohl ich schon öfters der Überzeugung war: Da hilft nur noch beten". So auch am letzten Spieltag der vergangenen Saison, als es für Fortuna Düsseldorf noch um den Klassenerhalt ging und Koch an diesem Tag dienstlich unterwegs war. "Als ich mal aufs Handy geschaut habe, lag Düsseldorf schon früh 0:2 zurück. Da habe ich gedacht, dass nur noch ein Stoßgebet hilft  ohne aber den lieben Gott dafür wirklich zu bitten." (KNA)