Ermutigung "für den Frieden zu beten"

Bischof: Moskau-Reise von Vatikan-Außenbeauftragtem wichtiger Schritt

Erzbischof Gallagher in Moskau
Bild: IMAGO/ITAR-TASS

Die katholische Kirche in Russland zieht ein positives Fazit des Moskau-Besuchs des vatikanischen Außenministers Paul Richard Gallagher. Er sehe die Reise von Erzbischof Gallagher "als kleinen, aber wichtigen Schritt", sagte der Generalsekretär der Russischen Bischofskonferenz, Weihbischof Stephan Lipke, der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Wochenende in Moskau. "Der Besuch zeigt, dass sich die weltweite Kirche für Russland interessiert; und er ermutigt uns, für den Frieden zu beten und zu arbeiten und uns einzubringen."

Gallagher hatte am Freitag seine mehrtägigen diplomatischen und kirchlichen Gespräche in der russischen Hauptstadt beendet. Am Donnerstag traf er sich mit Vertretern der römisch-katholischen Minderheit in Russland und feierte in ihrer Kathedrale eine Messe für Frieden. Papst Leo XIV. habe ihn beauftragt, den Katholikinnen und Katholiken in Russland auszurichten, dass er sie jeden Tag in seine Gebete einschließe, so der Erzbischof in seiner Predigt.

Gleich zu Beginn seines Besuchs am Dienstag bot Gallagher Russlands Außenminister Sergej Lawrow an, dass der Vatikan zwischen Moskau und Kiew vermittelt, um den seit viereinhalb Jahren andauernden russisch-ukrainischen Krieg zu beenden. Der Kurienerzbischof hatte Moskau zuletzt im November 2021 besucht, also wenige Monate bevor die russische Armee in die Ukraine einmarschierte.

Bild: © Bistum der Verklärung Nowosibirsk (Archivbild)

Der aus Deutschland stammende Jesuit Stephan Lipke ist seit 2024 Weihbischof in der Diözese "Verklärung des Herrn in Nowosibirsk".

Die Russische Bischofskonferenz ist angesichts der staatlichen Repression in dem Land sehr vorsichtig mit öffentlichen Stellungnahmen. "Es ist richtig, dass wir umsichtig vorgehen, um nicht zum Beispiel Abschiebungen von Priestern oder Ordensschwestern zu riskieren", so Lipke. Der Hintergrund: Mehr als zwei Drittel der katholischen Geistlichen in Russland stammen aus dem Ausland. Wer öffentlich den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine kritisiert, kann nach den äußerst rigiden Gesetzen des Landes mit vielen Jahren Haft bestraft werden.

Andererseits habe Gallagher laut Lipke noch einmal betont, "was uns schon Papst Leo XIV. selbst während unserer Pilgerfahrt im Heiligen Jahr, im Oktober 2025, gesagt hatte: dass wir als kleine Minderheit uns trotzdem einbringen und Brücken bauen sollten". Das könne man auch gut. "Denn wir haben den Reichtum, eine internationale Gemeinschaft zu sein, mit Gläubigen nicht nur aus den verschiedensten Völkern Russlands, sondern auch aus den unterschiedlichsten Ländern, von Ecuador bis zu den Philippinen und von Simbabwe bis Kanada", so der Weihbischof.

Lipke stammt aus Deutschland

Lipke (50) wurde 2002 in Köln zum Priester geweiht; 2006 trat er in den Jesuitenorden ein. Er lebt seit 2011 in Russland und ist seit 2020 Generalsekretär der dortigen Bischofskonferenz. 2024 wurde er von Papst Franziskus zum Weihbischof in der Diözese "Verklärung des Herrn in Nowosibirsk" ernannt. Das westsibirische Bistum gehört mit etwa zwei Millionen Quadratkilometern zu den größten der Welt.

Weniger als ein Prozent der Bewohner Russlands sind katholisch. In dem riesigen Land gibt es nur vier Bistümer mit insgesamt rund 200 Priestern – zu wenige, um überall jeden Sonntag Messe feiern zu können. Vorsitzender der Bischofskonferenz ist der gebürtige Sachse Clemens Pickel (65). Seine Diözese in Saratow umfasst den ganzen Südwesten Russlands. (KNA)