Die Chancen für eine Umbenennung der Johannes-Dyba-Allee in Fulda bleiben ungewiss. Ein entsprechender Antrag erreichte im Haupt- und Finanzausschuss der osthessischen Stadt am Montagabend keine Mehrheit. Die SPD hatte eine Empfehlung erreichen wollen, einen anderen Namen für die nach dem verstorbenen Erzbischof Dyba (1929–2000) benannte Straße zu wählen. Die CDU sprach sich dagegen aus. Die AfD enthielt sich und forderte einen Bürgerentscheid. Andere Parteien unterstützten das SPD-Vorhaben. Am Ende stand im Ausschuss ein Patt, womit der Antrag nicht angenommen ist. Am nächsten Montag soll dann die Stadtverordnetenversammlung entscheiden.
Dem vor mehr als 25 Jahren gestorbenen Erzbischof wird vorgeworfen, Hinweisen auf sexualisierte Gewalt und Missbrauch durch Priester nicht nachgegangen zu sein. Dies geht aus einem im Juni 2025 veröffentlichten Bericht einer unabhängigen Kommission hervor. Die SPD hatte im Fuldaer Stadtparlament deshalb die Umbenennung der nach Dyba benannten Allee in Kastanienallee beantragt – so wie die rund 150 Meter lange Straße am Domplatz bis zum Jahr 2000 hieß.
Das Bistum Fulda kündigte bereits an, den Prozess der Meinungsbildung weiterhin konstruktiv zu begleiten. Der amtierende Fuldaer Bischof Michael Gerber hatte Ende Mai dieses Jahres unterstrichen, dass sich das Bistum seiner Verantwortung bewusst stelle und einen offenen und differenzierten Umgang mit der eigenen Geschichte als wesentlichen Auftrag verstehe. "Wir wollen unsere Geschichte nicht schönfärben, wir wollen sie auch nicht umschreiben, denn Bischof Dyba ist und bleibt Teil der Kirchen- und der Stadtgeschichte", wurde Gerber damals in einer Mitteilung zitiert. (KNA)